Und wenn wir beide alleine sind, ist auch jeder für sich.

So ist das nun mal mit dem Lauf der Dinge, kein klarer Anker, kein unbedingtes unabdingbares Ufer. Wir strampeln dann, landen irgendwo und denken ein wenig nach über das, wo wir gerade stehen. In diesem einen Falle dann Hand in Hand, davor viele andere Hand in Händen, jetzt ist hoffentlich Schluss damit.
Ein bisschen gewappnet, ein klein wenig stark, wie immer gut geschmunzelt, sich selbst zu wichtig genommen, dabei alles halb so wild. Immer im Relativ wandelnd, deine neue Schutzzone in der man kaum auf einen schießen kann weil alles nur so ungefähr ist, hochkritisch wieder nicht voll und ganz, und du dummes Ding wunderst dich, dass dein Herz ständig bricht, als wäre es sein Hobby.

Allaire Heisig poses for camera at Ford Models, 111 Fifth Avenue, New York, NY. February 22, 2011.  *** HIGHER RATES APPLY: MUST CALL TO NEGOTIATE *** © Damien Neva

Allaire Heisig poses for camera at Ford Models, 111 Fifth Avenue, New York, NY. February 22, 2011. © Damien Neva

Und dann kam die Liebe und du hast da gestanden, mit großen Augen wie Mandarinen, weil du eine andere warst als noch vor zehn Jahren, die Liebe dann doch anders schmeckt und sich anders anfühlt, aber trotzdem dann und wann noch ein bisschen Romantik da ist. In die verliebst du dich dann erneut, diesen Romantikfetzen. Und merkst, diese Liebe, diese kleine, aber auch die große, das ist ein höllisches und wunderbares Auf und Ab. Die Liebe muss Borderliner und Zen Mönch in einem sein. Und du lachst, verwirrt und so viel anders als noch vor zehn Jahren. Das normal Abstrakteste.

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I always was insecure. Then I decided to change something. Everybody believed.

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Dumm di di dumm

Zwergenballett

Manchmal ist es wie Vollgas geben auf überfüllter Autobahn. Ein Schlag in ein imaginäres Gesicht…gegen einen Baumstamm. Wie ein Kampf gegen den Regen, schreien und keuchen. Zittern gegen Kälte mitten im Winter.

Und alles was hilft ist nichts. Einfach nichts. Ein Ende.

Der Puls rast, der Kopf malt so viele Bilder, alles macht Sinn, erschreckend. Bis dann das nichts kommt. Und niemand bleibt außer dir selbst.

Regen, Kälte, schneller sein, sich endlich mal wieder wehren, all das wird egal.

Ein kurzer guter Witz, weg von allem, zurück zu allem. Und dann bist du da. Mal wieder. Lang nicht gesehen. So oft verloren. Alter Freund. Alte Bekannte Gesichter. Neue Geschichten. Nein, du bist nicht allein.

Warmes Abendbrot, nichts wirklich ernst nehmen, weise Witze reißen. Durchatmen und weiter. Warum auch nicht.

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Who would find me

Es ist kurz, aber auf einmal wieder da. Wie etwas lang vergessen geglaubtes. Etwas, das nur dir gehört. Und du atmest durch. Innerlich ein Lächeln.

Ein warmes Gefühl umschließt dich, unerwartet und ohne Vorankündigung, lächelt und ist für dich da. Ein altes, in den letzten Jahren oft verloren geglaubtes. Es ist tief, verstädnisvoll, ruhig und abenteuerlustig zugleich, neugierig und ein wenig altklug. Es hält dein Herz fest und weißt dich darauf hin, selbst hier im Chaos kann es wieder kommen. Gerade jetzt, wo du es nicht gesucht hast.
Viele Antworten hat es nicht, aber einen Boden. In der Luft zu hängen kann so unglaublich anstrengend sein. Kein Fliegen, kein Fort-, kein Ankommen. Und auf einmal stehst du vor dir selbst und atmest durch. Endlich wieder ein bisschen ankommen. Ein wenig mehr Verstehen, Einsicht und Ruhe.

Im Zwischendrin gefunden.
Hoffentlich für länger.
Schön, dass es dich gibt.

Herbstleidlose

Ein Held verschwindet, und es ist noch nicht mal Nachmittag. Die Zeitung ist irgendwie gelesen bevor sie aufgeschlagen war, etwas seltsam gerade hier auf den bekannten Straßen, so viel neu, nur das mit der Verortung hakt noch. Es stottert, ist miss launig, stur und denkt gar nicht daran, irgendwohin mit zu kommen.

Ein bisschen Wärme ist da, legt sich auf deinen etwas größer gewordenen Bauch, lächelt und will nichts böses. Dein Kopf schreit: Obacht! Jede Wärme will etwas böses. Was soll man sagen, zu so einem Zwist, der so alt ist wie man selbst, verschuldet von irgendwie keinem, denn uns hat keiner was getan, eigentlich. Gestern, in einer Talkshow, sagte jemand nicht die Probleme wären die Probleme, sondern die falsche Einstellung damit umzugehen. Wahrscheinlich hat er Recht.
Nur so singulär vor einzelnem Monitor interessiert das da draußen keinen und das da drinnen ist schwerfällig im annehmen dessen, was der Kopf längst kapiert hat.

Es ist immer noch kuschelig und weich, ein bisschen dumm, sehr naiv, total verspielt, dezent goldig und unendlich frech. Kurzum: zum lieb haben. Natürlich erwartet es etwas, aber nur so viel wie eben gerade geht, und nicht mehr. Ist es enttäuscht ist es auch irgendwie okay, denn die Zeit heilt alle Wunder.

Das viele neu-Verorten, gewollt oder ungewollt, kann einen schon ganz schön aus der Bahn schmeißen. War man gestern nicht schüchtern, ist man es heute, und weiß nicht so recht, warum eigentlich.
Gestern war man sich der beste Tanzpartner im Spiegel, heute liegt man träge im Bett und betrachtet die gehetzten Wassertropfen beim an der Scheibe runter laufen.

Die vielen neuen Geschichten erinnern einen so oft an was-wäre-wenn. Lassen aber völlig außen vor: war doch alles vollkommen in Ordnung. Nicht alles, nicht immer, häufig schräg, oftmals verwundert nach Verschließen der Haustür am Küchentisch sitzend mit den Gedanken was war das denn eben? und es trotzdem super finden. Neu. Anders. Schräg. Alles andere als wunderschön, oder eben neu wunderschön, aber das ist meistens an solch Küchentischmomenten noch nicht verinnerlicht.

Ein Held ist verschwunden. Und man fühlt sich nackt. Irgendwie allein gelassen und verwundert. Weiß noch nicht, wohin mit all dem Kram in einem, denn da ist ein riesiger Wust davon.

Erinnert sich und weiß: es war gut. Und das wird es bleiben. Bei Biermomenten, oder miesen neuen Filmen, einem neuen Song den man nicht glauben kann, dass man solch ein Lied gerade hört, einer alten Erinnerung, die zur richtigen Zeit aufflackert und einem zum Schmunzeln bringt.

 

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