Eine Nacht mehr. Eine Nacht, an dem die Pärchen, mit denen man verabredet war um auf eine viel versprechende Party zu gehen, absagen, weil so so fertig, so fatigué sind nicht mehr auf die Party wollen und man angetrunken mit dem leeren Rotweinglas im Gang „tschau, macht echt nix, bis bald“ sagt. Seine besseren Freunde anschreibt, doch noch rum zu kommen und den Abend zu genießen. Eine Nacht mehr. In der es am Anfang drinnen warm, und draußen kalt ist und man um halb eins in die Straßen zieht, zwei Flaschen weißen Weines und eine roten Weines später. Eine Nacht mehr, in einer Cocktailbar bei mittelguter Musik, Pimmelüberschuss und vernebelten Gedanken, halbgelungenen Gesprächen über intimrasuren. Danach noch in eine Disko, verraucht, „find ich gut hier, lass hier bleiben, dann muss ich nicht immer rausrennen wenn ich eine rauchen will“ und leider nur spärlich befüllt.

Eine Nacht mehr, in der der Versuch gestartet wird mit unfesten Dingen, schnellen Nummern, sich die wichtigen Dinge zwischen dem letzten Cocktail und dem nächsten Bier weg zu vögeln. Draußen ist es nicht wärmer geworden, die Musik scheiße, als ob es den spirit von Studio 54 nur noch auf DVD und bei verkoksten privatpartys zu erhaschen gäbe, das Blut erhitzt durch den vielen Alkohol und die Aussicht auf Sex zieht man weiter durch die Straßen. Unverkorkste Frauen zu finden ist bei weitem schwer in dieser Stadt, da wäre es einfacher, nichts gegen Schwänze zu haben. Aber da hab ich eben nur nichts gegen meinen eigenen.

Soll es so weitergehen? Kramphaft versuchen jemanden zu verfallen, durchs Leben ficken nur um zu wissen, dass man noch am leben ist? Nach den Gefühlen jagen, unter wolkenbedektem Himmel, damit der nächste gewaltige Beweis dafür gefunden ist, dass da mehr als nur Blut durch unsere Adern fließt?

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