Es regnet in der Stadt der Nutten. Zu lauwarm für Schnee, zu grau für durchgehende Antriebskraft von innen. Drei alte Freunde, viele Zigaretten und schwarzer Kaffe trotzen der trostlosen Atmosphäre draußen. Gesichter, die sich nur gelgentlich im Jahr sehen.
Nach drei Wein am Abend, untermalt von einem geselligen Joint, kommt Besuch. Erst von einem Stock drunter. Erzählt etwas von China, hat ein Jahr dort gelebt, spricht die Sprache, Wörter gibt es anscheinend nicht genug, so gewinnen die vorhandenen je nach Betonung an Bedeutung bzw. haben eine andere. Sieh an, okay.

Es klingelt erneut. Eine Truppe von dreien steht vor der Tür, setzten sich, nein danke, kein Wein. Auch okay. Erzählen irgendwas von Wald und Bombe. Ich verstehe nichts, denke, sie wollen wie in einer der Schulklassen irgendwelche Drogen außerhalb der gemütlichen Küche nehmen. Wir schließen uns der komischen Situation an, folgen den dreien erst durch die Stadt, dann in ein Waldstück. Mir wird langweiliger, je länger wir laufen. Eine Flasche Sekt geht als Pausenclown herum. Die drei Figuren reden komisches Zeug über andere Welten. Ich trinke mehr.

Mitten zwischen Bäumen stoppt die Truppe, der schwärzeste aller dreien (Klamotten, wir bleiben politisch korrekt!) packt ein silbernes Stück Rohr aus, was die größe eines Oberarmes hat, mit zwei massiven Schrauben oben und unten abgeschlossen. Ich merke langsam, dass ich mit den Drogen komplett daneben lag, verlange nach dem Sekt, setzte mich auf einen Baumstumpf und warte. Eine Bombe also. Nagut. Sie zünden den zu langen Docht an, ich trinke derweil weiter, schon etwas mehr gelangweilt, obwohl das schon kaum mehr möglich war.

Das Resultat war keines. Nichts hochgeflogen, nichts passiert. Der große Böller hat keinen Baum angekratzt. Der Sekt ist leer. Die drei Bombenbastler fangen an über die nicht stattgefundene Explosion zu reden. Wir gehen zurück. Es folgt mehr Wein. Komische Menschen hier.
Heute Abend wird Sylvester sein. Wir gehen auf eine zu große Party.

Guten Rutsch

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