Everything passes, everything changes.
Just do what you think you should do.

-Bob Dylan

i got the feeling, to do anything i wanted.. because everything went.
-Robert Redford

Du hast Angst. Wovor frage ich. Vor der Zukunft druchlöchert mich deine Antwort, die ich zum kotzen finde, die mich ins wanken bringt und an der ich nichts ändern kann. Scheiß auf die Zukunft, verausgabe dich jetzt, hier, was anderes bleibt dir nicht. Nie. Nicht morgen, nicht übermorgen. Du hast immer nur das jetzt. Klar mit Einschränkungen, kann niemand ohne Rücksicht auf Verluste leben, aber lass dich weder vom Gewicht deiner Verangenheit aufhalten noch vom bizarren, unklaren Schneegestöber der Zukunft stillstehen vor Angst. LACHE. Verdammt noch mal. Mach was auch immer du gerade für richtig hälst. Und wenn es nicht die grandioseste Lösung war, Herr Gott, dann hast du zumindest mal n Grund n Buch zu schreiben. Jetzt beruhige dich erst mal, okay?

Das schwarz verzieht sich langsam und ich stelle fest, am Boden zu liegen, nicht etwa den Türrahmen zu belehnen, wie eben, als ich, in schwammiger Erinnerung, die Worte sprach. Füße, mit schwarzen, leicht angefressenen Schuhen, stehen dort vor mir, die Waden werden von einer äußerst durchsichtigen Strumpfhose bedeckt. „Du bist n scheiß Zyniker, MAN“… dröhnt es von weiter oben über meinen Kopf. Ich beschließe, mich einfach mal, Vorwandsfrei, auf meinen Rücken zu drehen, eine Kippe aus meiner Hose zu pulen, in meinen Mund zu stecken und weiter nach Feuer zu suchen. „Wieso schlägst du Zyniker ohnmächtig du dumme Schlampe?“ frage ich das neu entdecke Mannsweib. „Ach fick dich, weißte, du wurdest nicht von deinem Alten Jahrelang innen Arsch gefickt als du eigentlich mit Puppen spielen wolltest, soviel zu deiner Vergangenheitsbewältigungsstrategie du Arschloch.“ Ich frage nach, woher ich das wissen soll und bemerke, absolut nicht beiläufig, dass das ein Vorfall mit einem Ausmaß ist, was zu monumental ist, um es hier mit einem „tut mir leid“ abzufrühstücken. Ja, es tut mir leid, nein, ich habe keine passenden Worte für so eine Scheiße, wie sie nur von Menschen und dem Leben an sich hervorgebracht werden kann. Wer hat die schon. Und wer hat schon Ahnung.

Jim Bean, Wein, bisschen Koks und viele Kippen später kenne ich die Geschichte. Der Kohleofen ächzt unter seiner Aufgabe. Mir ist warm und schwindelig. Und mein Schwanz hängt, ihm ist eiskalt.
Jetzt will sie Schauspielerin werden. Hat eine unorthodoxe Ausbildung gemacht, also keine Schauspielschule, ist nun in Berlin an Kleinbühnen zu Gange, verdient wenig aber ihr Geld und hat ein gesegnet gut laufendes reichlich bestücktes Liebesleben. Es sei ihr gegönnt. Machts denn jetzt Spaß frage ich… ja, sagt sie, nach einer längeren Pause, den Blick auf die vereißten Schneeplatten gerichtet.

Ich brauche mal wieder eine schöne Geschichte. Heute Abend kommt mein Nachbar vorbei. Vor zwei Tagen ist er mit einer Cowboyschnixxe abgezogen, wollte sie „zum Taxi“ begleiten. Machte er auch, stieg nur mit ein. Er soll genau dafür sorgen- für eine schöne Geschichte. Ich wankte alleine gen Heimat.

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