Eine ungeheuer schwer zu beantwortende, da zu sehr mit Emotionen verknüpfte Frage, deren Antwort, so kitschig und naiv die Antwort auch klingen mag, aber im Herzen zu finden ist. Wie gesagt, emotional.

Ein „Zuhause“ kann so viele Facetten haben und ist doch letzten Endes an die Menschen, die man (wie es eigentlich immer die Menschen sind) kennen, schätzen und lieben lernt geknüpft. Kaum wird man eine Bleibe vermissen, in der man auf lange Sicht gesehen ständig alleine, einsam und verlassen war. Vielmehr aber eine, in der man viel gelacht, geweint, sich gefreut und viel geärgert hat, allerdings unterm Strich viel beschäftigt mit sich und seiner Umgebung war. Positiv wie negativ.
Das diese Geschichten einen Melancholischen touch bekommen, ist nicht nur nicht verwunderlich, sondern sogar, wie ich finde, schön und gut. Ohne Melancholie geht ein großer Teil an Sensibilität gegenüber allem, was uns umgibt, verloren, muss sie doch nicht immer im direkten Zusammenhang mit Traurigkeit oder Schwermut stehen. Um nicht falsch verstanden zu werden: ich spreche von jener Dosis an Melancholie, die einem die Augen für die vielen Kleinigkeiten, gut oder eben schlecht, öffnet. Um die Ecke denken und fühlen lässt. Fühlen in dem Sinne, als dass man eben nicht immer erst von einem Ort verschwunden sein muss, um zu merken, wie schön es dort war. Kleinigkeit auch in diesem Sinne, dass auch Hollywood in Köpfen entsteht, oder wie Schoppenhauer sagt: „Die Welt ist meine Vorstellung“. Alles hat zwei Gesichter will ich damit sagen.

Wo sind wir also Zuhause? Kommen wir jemals an? Kommen wir in uns selbst an? Gibt es das abrupte Wissen, angekommen zu sein?
Also kleine Einzel-Nomaden kämpfen wir uns täglich durchs Leben, wissend, dass die paar Freunde, die wir von nun an in unserem Herzen mitnehmen, zwar nicht für uns Leben können, es aber ungemein verschönern, bereichern und einfacher machen. Denn egal wo wir sein werden, wo es uns hinzieht, sie ziehen auch irgendwo hin; und sei es nur von einer Partnerschaft in die nächste.

In uns selbst beginnt also das „zuhause sein“, das Gefühl, willkommen wo auch immer zu sein. Man muss nicht gleich von allem und jedem geliebt werden, denn seien wir mal ehrlich: wir lieben ebenso wenig alles und jeden.

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