is simply you.

Was würde eigentlich passieren, wenn wir komplett die Lust an Sex und Beziehungen auf partnerschaftlicher Basis verlieren würden? Und machen uns alt eingesessene Pärchen uns das genau vor?

„Deine Träume werden noch zerbrechen, keine Sorge, auch du wachst noch auf“
Achso, na danke, dann haben wir das ja geklärt.
Nein, ehrlich, du musst mit dieser dauernden Naivität endlich mal aufhören, die nutzt keinem was. Und am Ende bist du nur enttäuscht. Dir wird in diesem Leben nichts geschenkt. Und niemand bekommt was er verdient, sondern nur, was er sich erkämpft.“
Baut auf mit dir zu reden, danke.
„Was wirst du jetzt machen?“
Ich schätze, ich werde meinen Roman weiter schreiben.
HERGOTT, du kaPIERST es nicht, oder?“
Ich schätze du hast nicht deine Träume verloren, mein Bester, sondern dein Herz.

DON’T LEARN TO FLY, DARLING, LEARN TO FALL.

„I’ll have to pull my heart away“

Ich  tanze und tanze und tanze. Ein Beat folgt dem anderen, die Schallwellen umringen mich wie ein Netz aus Wärme, leiten mich und meine Bewegungen immer weiter vorwärts, um mich selbst drehend. Ich schließe die Augen, öffne sie langsam wieder, merke, wie mein Rücken an etwas stößt. Langsam, schwingend, fließend drehe ich mich um und gucke in ein Gesicht. Ein Tropfen löst sich wie in Zeitlupe von der Wimper. Erst rot, dann grün, dann ist alles dunkel. Wie bei einem Wimpernschlag beginnt alles zu flackern, die Welt in einem Gerüst aus Momenten, der Schweißtropfen bereits auf dem Sandwitch gelandet. Das T-Shirt hängt auf dem Körper von ichweißnichtwem, aber er ist so schön. Und er hat mich berührt. Plötzlich wird es ruhig, als hätte der DJ die Musik aus geschalten, und seine Hand berührt mich an meiner linken  Schulter. Ich lächle, weiß nicht was ich denken soll, gerade eben sind wir noch kollidiert während des Fliegens, jetzt sind wir persönlich. Eine Hand, seine Hand, auf meiner Schulter. Watte scheint in mein Ohr gelegt, nur nicht für ihn und seine Stimme. „Genial, oder? Biste hier öfta?“ ruft er. Ich weiß nicht was ich antworten soll. Was antwortet man einem schönen, verschwitzten Kerl, der ficken will? „FICK DICH“ rufe ich ohne weiter nachzudenken, schließe die Augen, drehe mich wieder um, laufe ein paar Schritte weiter in die Menge vom Schweiß verklebter Haare und verschmierter Achselhöhlen, versuche meine Glieder wieder den Beat aufzufangen, und lasse mich fallen. Wieder durchströmt mich diese Wärme, während es tatsächlich heiß ist. Drehen, beat, BEAT, drehen, drehen, Augen auf, rämpeln. „Ich muss gar nix außer schlafen, trinken atmen und ficken…“ schreit die angefressene, hämmernde, durch ein Gitter von den Tanzenden getrennte Box mich an. Mir reichts. Der Kerl fixiert mich schon wieder, mit einem schalen Lächeln. Er ist definitiv älter als ich, ist schön, aber meine Brüste scheinen es ihm angetan zu haben, nicht ich. Da meine Beine langsam anfangen zu schmerzen und ich keine Lust habe, den Abend dadurch kaputt gehen zu lassen, dass ich versuche dieses Warme Gefühl aufrecht zu erhalten, koste es, was es wolle (Blasenfreie Fußsohlen!) laufe ich zu dem Kerl, lächle ihn an und sage: „Willste mir n Bier ausgeben?“. Er guckt, zieht seine Augenbrauen aneinander, und ich brülle erneut: „GIB MIR N BIER AUS, SCHNUCKIE!“ Mit dem, was danach kommt hatte ich nicht gerechnet. Dieser Vollidiot fasst meine Hand, und geht mit mir zur Bar. „Was willstn trinken? N Becks? N Kindl?“ „N Becks Gold“, das ich kurz darauf in meiner Linken halte. „DAahaaNKE“ brülle ich, drehe mich um und gehe. Er scheint es nicht gehört zu haben denn wie ich peripher wahrnehme kramt er noch in seinem Geldbeutel als ich, mit dem Bier unter meiner Jacke, die ich von der Seite aufgehoben, da wo ich sie achtlos hingeschmissen hatte, nach draußen spaziere. Er zahlt noch. Dieses Brot. Mit dem bunten Schweiß.
Der erste Diskobesuch. Das war er also.  Laut, verraucht, verschwitzt, mit Sex in der Luft. Oder dem Gebräu aus Kohlenstoffdioxid, Parfum, schalem Bier, kaltem Zigarettenrauch und Schweiß. Eine stinkende Sauna zum Spaß haben.

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