Schritt eins: aufhören Pornos zu gucken, Pornos machen.

Fühlst du dich unwirklich? Nicht plastisch? Nicht in der richtigen Welt? Deplatziert? Falsche Zeit? Dann bist du angekommen. Versuch was draus zu machen. Beim Abi meinten sie, wir seien die Zukunft. Von Drogen und Spelunken, die wir irgendwann unsere neue Heimatstätte nennen, haben sie uns nichts gesagt. Auch nicht gewarnt. Es war wichtiger, eine astreine Interpretation abzuliefern und die Inhaltsangabe frei von persönlicher Meinung zu gestalten. So in etwa wie unseren Lebenslauf, kurz bevor wir als Arbeitskraft irgendwo anfangen mit Kraft zu Arbeiten, nicht aber mit Persönlichkeit.
Neulich, als ich in einem Porno mitmachte, keine Riesenproduktion, sondern son kleiner, mehr Privater scheiß, hat zum ersten Mal in meinem Leben ein Kerl meinen Schwanz gelutscht. Ich hatte keine Ahnung vom Pornodrehen, woher denn auch, komm ich ja nicht mal aus einer Familie, geschweige denn einem Freundeskreis, die mehr als Alkohol (den dafür um so exessiver) konsumierten. Da war ich also, auf eine billige hier-verdienst-du-sau-schnell-Kohle (schwarz) Anzeige hin, losgedackelt, auf dem Weg noch was geraucht, die Nervosität kann man sich ja nicht abschlagen. Kaum ging die Tür auf, von einem mehr fetten als irgendwie muskulösem Tier geöffnet (er hätte im Ernstfall höchstens die Tür verstopft aber niemanden aufgehalten), roch es nach ficken. Ich schwörs, pures ficken riecht man. Ich war noch nie zuvor in einem Puff gewesen, aber wenn es dort irgendwie riechen sollte, dann wette ich drauf, dass es genau wie in diesem Kellerverschlag riecht. Die hatten vor die Fenster tatsächlich Teppiche genagelt. Die waren auch nicht sauber, nein, und wenn das keine Fäkalien-Spuren auf denen waren, dann waren sie sehr, wirklich sehr alt.
Irgendjemand hatte die Heizkörper auf maximal-Leistung getrimmt und somit konnte man gar nicht anders, als halbnackt, oder nackt rumzulaufen. Ich bekam ein Nicken, ein schnellen Abgleich mit meinem auf meinem Lebenslauf befindlichen Foto und nebenbei öffnete mir ein hagerer Jüngling meinen Hosenladen. Die erste Bewegung erfolgte aus meinem Kniegelenk und traf den Armen irgendwie auf den Wangenknochen. Er jaulte auf und der Dicke kam angestapft. Schnaubend. Proletend. “ Häy, alter, wat issn ditte? Biste bescheuert? Boss, soll ich den raus schmeißen, oder wat?“ … aus drei Ecken, die mir erst jetzt auffielen kamen plötzlich Mädchen, oder besser, junge Frauen geschossen. Eine davon war schon recht gut beschneit, ihre Augen weigerten sich strickt richtig zu blinzeln. „Hört auf man, wir machen das. Okay du, ja, lass die scheiße, der macht nur seinen Job. Bist neu dabei, was?“ Die Kleine, die mich das fragte, hatte dieses Heroin Chic und war abgöttisch schön. Was zum verdammten Henker machte sie da? Also bei diesem Pornodreh? „Was wirdn‘ das wenns fertig ist bitte? Ich hatte mich nicht für son Scheiß Schwulen Porno gemeldet“ warf ich ein, doch schon mitten im Satz winkte Heroin-Babe ab und meinte nur, er sei der Stand-Bläser. „Damit dein Teil steht wenn du dran kommst.“ Ich wollte noch sagen, dass ich bei dem alten nie im leben einen Ständer bekommen würde, aber als ich nach unten sah, stand mein Pimmel wie eine eins. Und der gestauchte Wangenknochen schob sein Gesicht vor und wieder zurück. Ich fasste es nicht: ein Kerl bließ mir gerade einen.
„Is ne Ausnahme, echt, normalerweise haben wir auch Mädels für den Job, aber momentan brauchen wir die alle vor der Linse.“
Es gab in vier Stunden einen wunden Pimmel, eine schwule Erfahrung, 200€ und meinen Schwanz in einem unglaublich schönen Heroinlike Babe.

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