Wo die Berliner sich geeinigt haben, dass alles immer überallhin eine halbe Stunde dauert, so befanden es zwei Bekannte gestern, zu postulieren, dass mehr als eine halbe Stunde vöglen bitte nicht drin sei, danach tut es weh und wem wollen die Männer eigentlich ständig irgendwas beweisen?
Es war ein mehr verwirrendes als in irgend einer Weise aufklärendes Gespräch zwischen zwei Frauen, die anscheinend genauestens wissen, was sie gerne möchten -in der jeweiligen Situation natürlich- und davon ausgehen, dass die Herren, von denen sie sich gerade begatten lassen, GEDANKEN lesen können. Können sie es nicht, und ficken länger, dann fallen sie bei diesen zwei wehrten Geschöpfen in die Sparte unerfahren oder Rüpel.
„Ey, ich hab dann echt irgendwann “ meinte Sie, während ihre Stimme leicht aufgeregt nach oben schoss „ERSTER gerufen, nur damit er endlich aufhört.“ Gefolgt von einer kurzen, präzise abgefeuerten, hochfrequenten Salve Lachmunition einigten sich die beiden Gesprächspartnerinnen darauf, dass die Männer, also viele, einfach keine Ahnung haben. Es gab sogar ein Exemplar, so Miss Hochfrequent, bei dem sie bei Null anfangen musste. Ihm quasi Sex beibringen. Etwas eingebildet zwar, denn ihr Sex, so werfe ich hier ganz subjektiv mal ein, ist ja nicht das Non Plus Ultra, aber Fräulein zwei war auch dort giggelnd ihrer Meinung.

Recht interessant, dennoch wirklich schwer über mehrere (drei) Stunden zu ertragen war die gesamte Lästerei das Gespräch, da der einzige Schwanz die Klappe halten musste. Frauen hatten sich warm geredet. Und sich gegenseitig ihre Unfähigkeit (was mich arg traurig stimmte) zum Orgasmus eingestanden (vielleicht hilft es ja, nur so am Rande, darüber zu reden was man mag *räusper), während das nahe gefolgte Thema, Platz zwei sozusagen, die unerfolgreiche Suche nach einem passablem Gegenstück war. „Wie sieht er aus? Was hat er für eine Ausbildung? Hat er immer Geld? Hat er ein Auto? Was für eins? Hat er eine eigene Wohnung?… ist er nett?“
Leicht traurig gestimmt von dieser Oberflächlichkeit sah ich ein, das Verzweiflung viele Gesichter haben kann. Wo ist die romantische Vorstellung dessen hin, dass man sich auch einvöglen kann? Artet die Emanzipation der heutigen Zeit nur bei diesen beiden weiblichen Geschöpfen zu einer bloßen Anspruchshaltung aus, oder ist dies weiter verbreitet als man denkt? Zerstört eine solch immenser,  beinahe unerfüllbarer Anspruch an sein Gegenüber nicht ein gesundes Miteinander?  Wo sind die Momente, in denen sich Menschen einfach fallen lassen und eben ihre Dosis Elan mit hinein streuen, um aus einem normalen -hier eben Fick- einen besseren zu machen?

Advertisements