„Halte deinen Ballon fest“ schreit die laute Stimme. Der Ballon fliegt. Wie er es soll. Der kleine Rock, das weiße mit rosa und roten Blüten besprenkelte T-shirt, beide am Mädchen hängend, scheinen mit ihm diesem kleinen aufgeblasenen Gummistück gen Himmel zu folgen. „Ich will den Ballon fliegen sehen, aber ich will ihn festhalten…“ jammert die kleine, der Rock wirkt etwas unglücklicher und der heraneilende Besitzer der Stimme weiß schon, was geschehen ist. „Ach Mäuschen, jetzt fliegt er weg“. Welch aufbauende und zugleich aufschlussreiche Feststellung denke ich mir doch. Was für ein schönes Blümchen Ballon Familienglück. Eine Vater Tochter Berührung. An der Schulter und im Herzen.

Wie schafft man das? Ich versuche verkrampft meinen Schweißfluss zu unterdrücken. Seit diesen zwei Teilen ist mein gesamter Rhytmus und Stoffwechsel im Arsch. Und dann steht da dieses kleine Mädchen. Verflucht noch mal. Wieso kann da nicht einfach ein Penner stehen der seinen blöden Ballon loslässt. Nein. Ein gesunder Vater, wahrscheinlich ist er irgendwas tolles mit klimatisiertem Büro, schönem schwarz glänzenden BMW, Blondzöpfiger Frau mit tollen, runden Brüsten und einem Knackarsch. Als würde mein Körper mich verstehen, verkrampft sich unterhalb der Magengegend alles, die eigentlich sonst sanften oder glücklichen Farben, die Töne, alle gehen sie mir auf den Wecker. Ich muss aussehen wie ein wandelnder Zombie denke ich mir. Das kleine Mädchen dreht sich, als Paps mit ihm, Hand in Hand, Bär hält tapsigen Nachwuchs, nochmal um, sieht mich, zieht die Augenbrauen nach oben und guckt schnell wieder weg. Da ist er, der Penner. Verdammt. Ich hatte die Zeit einfach vergessen. Es ist ja irgendwie dauernd hell die letzten Tage. Drinnen war man seinesgleichen, draußen ein Zombie der Nacht. Ich frage mich, was die Frau mit der Zunge in meinem Mund vorhin von mir gedacht hatte. Dreadlocks, blond, witzige Tattoos -sie wollte auf keinen Fall, dass man die Tattoos als witzig bezeichnet- schlank, schön, fuck, sie war schön, ein paar Piercings und ein enormer Durst. Sie hatte im Laufe des Abends mehr Alkohol in sich reingeschüttet, in diesen niedlichen zierlichen Körper, als ich es jemals könnte… sie küsste schön. Nicht gut, nicht sexy, nicht fick mich, nicht feucht, schön. Sie küsste so schön. Ich wollte sie am Ende gar nicht mehr vögeln, dass nahm sie persönlich, meinte, die Chemie hätte mich impotent gemacht und ihre Dreadlocks folgten ihr die Stufen hoch, aus dem Club raus. Ich ging einfach mal hinterher. Draußen gab es noch ein paar schöne Küsse. Mein Ständer amüsierte sie. Aber ficken wollte ich nicht. Ich weiß nicht wieso. Sie roch gut, alles hat gestimmt. Aber irgendwie… ich glaube, der Sex hätte die Küsse zerstört. Aber sowas darf man ja nicht laut sagen.
und jetzt dieser Ballon. Was soll der Scheiß eigentlich?

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