Da sitze ich also, Gratulation, nach der Holzbank gespickt mit Federn angelehnt an der S-Bahn Station und sehe den Menschen mit den kleinen Wolken unter ihren Füßen zu, wie sie fertig geschminkt, in zu engen Klamotten, mit lachenden Zähnen, und 42% in der Hand einsteigen. Sie laufen über das steinige Gewässer, wie ein Hovercraft wölbt sich das zähe Zement-liquid unter den Wölkchen, sie gleiten hinein, ihre Stimmen als direkter Kontrast zu ihren sanften Schritten. Die Stimmen glitzern zwischen den vergilbten und abgenutzten, farblosen Sitzpolstern. Da hat sich mal jemand übergeben. Das blonde Mädchen freut sich in ihrer hippen WG endlich mal alleine zu sein, der Haufen hat reiß-aus genommen, ihre Brüste können den vielen Platz endlich mal für sich beanspruchen. Ihr blauer Pullover fließt schön bis zu ihrer Hose, tropft bis zu den Schuhen, der Fluss nur unterbrochen von ihrer verwischten Schminke.

Die S-Bahn spuckt die Wände an, Neonröhren haben die Gleise beschmutzt, Steine sie zum bluten gebracht, der Beweis steht an die Wände geblasen. Der nächste Lichtschock heißt aufstehen, weggleiten, die Steintreppen überzogen von Niveacreme in Richtung vertrautem halbschwarz.

Die Scheiße wartet frisch geduscht mit perl-weiß Lächeln am Tisch kurz nach dem Aufstehen. Mitbewohner da. Die Nacht endet mit einem Ständer, Schneeweißchen muss mal wieder grinsen, die Blase die ertränkten Promillewerte gen Abwasser schicken. Mein Geistesschrott gegen sein alternativ-hipster-online-based-head-fucked-newcomer-unternehmen. Recruting am Frühstückstisch, ich muss Sardellen durch meine Ohren erbrechen, die Nasenhaare weigern sich strikt, ihren zugeschriebenen Dienst zu machen, ich kann nur Abwasser riechen hier, überall benutzte Kaugummipapierchen untermengt von Sperma und Fleischstückchen. Eine Suppe der Hoffnungslosigkeit macht mich bei diesem Szenario um meinen Kopf breit. Knietief wäre schön, bis zum Kinn reicht sie.
Du bekommst was du machst, go go go go go go go, run darling, hurry up, faster, you must catch the bus of life, earn your money, smile and laugh, the bigger your bank-account the better you are! Ich hab Geld, bin aber nicht reich, bin ich jetzt der schlechtere der Menschen? Dein unpassender Duft von Perfum verzieht sich durch die Ausgangstür, bald kommen Kinder und Garten, noch mehr Firmenideen aus dem Brunnen der geistigen Grütze des New Arrangements fürs Web 2.0. Diese Stadt macht es dir so leicht dich zu fühlen wie ein schales Bier an einem Mittwoch um elf Uhr in einem Luxushotel, in der Lobby, Extraklasse, Maseratis als Firmengeschenk, nettes Give-Away.

Was kannst du so?
Scheiße, was brauchst du..
Na, wir suchen Mitarbeiter.
Ich kann euch die Zähne putzen. Oder mich mit euch unterhalten. Schätze, die Provision dafür ist nicht so geil.

Ich ließ noch eben zwanzig schneeweiße Tauben über die Dächer steigen, jede versehen mit einem Brief, schön säuberlich zusammengerollt, an ihren kleinen knöchrigen Beinchen befestigt. Drauf steht: Go and breathe in the sunrise darling, it was given. Electricity was just found.

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