„Wir haben Wetten auf dich laufen“. Als ob die Welt noch nicht schwachsinnig genug wäre, bekommt man Kommentare von Fronten gegen die Stirn geschleudert, die einen selbst mehr als nur ins Wanken bringen. Wetten also. Bisher war man davon ausgegangen, unaufällig zu sein, soweit reichend in der Transparenz der eigenen Existenz, dass das Stickstoff-Sauerstoff Gemisch der einzig würdige Gegner sei. Aber nein. Zumal noch aus einem Mund stammend, den man mit reichlich Bildern seines Unterbewusstseins be-assoziiert hatte, jedoch nicht mit solchen Tatsachen. Obendrein noch solch dummen. Herrlich dummen. Man kann höflich auch doof dazu sagen, leicht verblendet, unüberlegt oder schlichtweg hübsch bescheuert. Gedreht wie gewendet, die Natur der geistigen Umnachtungen von Vorstellungen über Menschen, die einem selbst nicht bestens bekannt sind, sind dann und wann aufs mannigfaltigste überraschend anders-kreativ, ausgefallen, ja ich wage zu behaupten,  exzentrisch angezerrt.
„Was kann man gewinnen, wenn man Recht hat?“ schoss es mir durch den Kopf, wollte ich doch einen Teil des Kuchens abhaben. „Geld?“ mein kreativ-sprachliches Addon. „Nein, ich wette nie um Geld.“ Aha. Schade. Schon wurde die Wette schlagartig langweilig. „Um was denn dann? Ums klassisch feige „Recht“ ?“Ja. Oh würg. Ein weiterer langweiliger Abend in der Schlange der nutzlosen Zeitvertreibe. Nicht mal der Ursprung der Wette war weiter erwähnenswert spannend gewesen. Was für eine Welt. Wo sind nur die spannenden Geschichten, abstrusen, kreativen, verzückenden Wetten hin verschollen?

Ist das Leben tatsächlich so einfallslos?

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