Sirenen.
Es hupt.
Stinkt.
Kälte um die Nase, Morgenlatte. Es ist Herbst geworden.
Schreiende betrunkene rennen die Straße runter, fick dich Baby.
Die Wände versprühen das lebendige Dumpf des ummantelten Alltags direkt in deine Augen.
Du Loser, such dir ’n Job.
Deine Wichse klebt am Laken fest.
Der Müll vor dem Haus ist umgekippt, die ersten Ratten sind früh wach.
Mach was für deine Figur und hör auf zu saufen.
Die kaputte Frisur erinnert mich an so einiges. Bett, keine Ruhe, gute Musik.
Verdammte Kinder. Ich mag keine Kinder, sie sind unhandlich und verlangen nach Verantwortung.
Geh raus aus meinem Kopf, ich wollte eine Nacht durchschlafen.
Ich hol mir einen auf dich runter. Du gehst einfach nicht weg.

Das neue Wegwerfleben im Einmachglas mit genug Alkohol und einigen Trockenfrüchten zusammengeschmissen, soll es doch länger halten und dann auch noch schmecken. Wer spült denn jetzt das Geschirr und bringt den Müll runter?
Macht nichts, deine Augen verraten mir, dass es die Mühen wert ist.
Dein Lachen klebt an meinen Innereien. Du vermisst. Wer tut das nicht.
Neu ist nicht das Gegenteil von Alt, sondern Alt bedingt das Neue. Achso. Ich blinzle, alles blinkt und ist schön. Jemand übergibt sich von zuviel Trips, kotzt auf meine Schuhe, ich schlage ihm ins Gesicht. Er guckt mich an, als hätte ich ihm angeboten ihm einen zu blasen, definitiv nicht schwul, Sorte Glatze, ultra-männlich, Gefühlsverpönend, spielt wahrscheinlich gerne Konsole, trinkt Bier und hat ein leicht zur Deformierung gezüchteten Kampfhundwelpen bei sich zuhause, keine politische Meinung, Schichtarbeit. Seine Freunde kommen und brechen mir Rippen, versorgen mich mit einem Schädelbasisbruch, versetzten meine Nase etwas nach links, und stauchen (!) mir zwei meiner Zehen am linken Fuß. Loser. Ich hätte mich umgebracht. Das überlassen sie ihren Kötern. Die lachenden und eine blutende Fressen ziehen ab, heim zu Uschi, blond und wandelnde Douglasfiliale. Ich sollte weniger trinken und irgendeinen Kampfsport erlernen. Denke ich. Und geh mir im Kiosk eben einen Kurzen kaufen. Irgendwasmitwalker.

Zuhause riecht es nach altem Teppich, abgetreten, staubig, aber warm und bekannt. Kein essen. Ich nehme etwas Obst, nichts zu essen da. Die Träume prophezeiten mir so viel tolle Dinge. Jetzt sitze ich in der muffigen Küche, mit einem mehlig schmeckenden Apfel in meiner linken, kaue widerwillig, jeder Biss wird von der deplatzierten Nase, tropfend, kommentiert. Ich bleibe sitzen. Beschließe morgen Erfolgreich zu werden, auch mit Hackfresse. Ich könnte ja ein Bild malen. Und damit irgendwas kreatives anstellen. Aus dem Fenster hängen. Mit irgendwas überzogen, damit die Farbe bei dem Scheißwetter nicht wegtropft. Aber wer will schon noch Bilder sehen. Zudem noch umsonst. Dann sind die ja nichts wert. Ohne Türpanzersteher, die deiner schwangeren Frau in den Bauch treten, weil ihr Gesicht nicht der Kunst von drinnen gerecht wird. Kommst hier nicht rein, Wichser. Du und deine Alte, man, wer bist du eigentlich. Warst du noch nie im TV? Die Kunst ist nur für schöne Menschen Arschloch. Ja- dann hätte alles Erfolg. Aber ich kann diese Steher nicht leiden. Die haben Muskeln aber keinerlei Intellekt. Da könnte ich immer kotzen.

Der Apfel und die gottverdammte Küche. Der Boden ist voller Krümel. Von dem Brot was ich mal hatte. Ich muss Geldverdienen. Vielleicht verkaufe ich meine benutzten Klamotten an irgendsolche perversen Spinner im Internet. Sage, es sind Frauenfummel, da fahren die total drauf ab. Aber ich weiß nicht wo, kenne dieses Elektronetz zu wenig. Ich mag leider Bücher und Magazine. Und meine scheiß Zigaretten. Bald muss ich drehen. Oder ich verkaufe meine Strümpfe. Die sind voller Blut, da könnte ich sagen, ich wäre eine Frau und hätte kein Tampon oder so ein Scheiß gehabt aber musste da irgendwas reinstecken, war ich doch auf einer pulsierenden Fete mit lauter Elektromusik die die Beatles vermurksen, sie überbassen, und da wär dieser tolle Kerl gewesen mit Hemd und Krawatte und die Geldhinweise und ich wollte mich von ihm ficken lassen um Kinder zu bekommen, damit ich mich dann Hausfrau und tüchtige -irgendwann von der Krawatte vernachlässigte- Mutter beweisen könnte. Umzug in ein Landhaus, zweite Eheschließung, der Hund wird gekauft und es gibt dort keine Ratten mehr. Und auch kein Happy End, denn auf dem Land, in diesem Dorf gibt es nur die nächsten Familienferien und wer lernt da schon was anständiges zu ficken kennen? Die Muschi wird vertrocknen. Aber bis es soweit ist, hatte ich den blutigen Stumpf da rausgezogen, war ins Bad, mit Seife alles sauber gemacht, er hat prima geleckt, zweimal auf meinen Rücken gekommen, lecker warm. Ich hasse es, wenn Männer auf meinen Rücken kommen. Egal, drauf geschissen, der perverse aus dem Internet wird den Strumpf begeistert kaufen und sich einen wichsen oder so einen Dreck. Dabei ist es mein verdammtes Zehenblut, was er nicht wissen wird.

Ich schlafe am Küchentisch ein. Am nächsten Morgen ist alles voll Blut. Die Klamotten angetrocknet. In der Praxis vom Doktor haben sie mich ordentlich angeguckt. Und meine Klamotten zerschnitten und weggeschmissen. Das Leben ist doch einfach nur scheiße.

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