Sie hat Kinder bekommen und sie wohnen jetzt im Panzer. Den hat Papa vom Flohmarkt mitgebracht, bezahlt mit naturalien, die Polen sind ganz scharf auf die Scheiße meint Papa immer. Papa hat leider häufig eine bitterlich riechende Fahne wenn er wieder nach Hause kommt und Mum zum stöhnen bringt. Aber im Panzer gibt es reichlich Fernsehen, dass ist fein, und man spürt den sauren Regen nicht so schlimm. Lorenzo hat die zweite Klasse abgebrochen, jetzt wo er selbst schnaps in dem unbrauchbaren Kanonenrohr brennen kann. Paps trinkt da gern mal von, denkt immer, Lorenzo würde das nicht merken. Tja, denkt Lorenzo, mach ich doch. Mum klagt häufig die Tage darüber, dass sie Rasierklingen pinkelt, aber Paps ist dennoch unrasiert, dass versteht Lorenz irgendwie nicht. Er will mal toller Musiker werden. Dixie ist toll, erinnert ihn immer an Sonnenuntergänge, auch wenn die Strände voller Glasscherben sind, die Sonne ist total schön. Manchmal sehen die Strände sogar aus wie eine riesen Ansammlung von verträumten und vergessenen Diamanten, die man aber nicht betreten darf, sind sie doch schon ganz blutig und man weiß ja nicht, ob da Krankheiten in dem Blut sind. Aber wenn Lorenzo doch mal der Hunger packt, öfter am Wochenende und er nicht genug Schaps verkaufen konnte, dann schlitzt er sich eben mal eine Ferse auf um einen elenden, fetten Lachs, gerne auch blau-farben, dann sind sie Öliger, aus dem Meer-schlamm zu zerren und seine Kehle hinunter gleiten zu lassen.

Unrasiert? Mutti rasiert sich doch auch nicht… denkt Lorenzo lächelnd beim öligen Kauen im Morgengrauen. Wer hätte gedacht, dass es eine Gräte ist, die ihn wegrafft. Ein weiterer, fetter Lachs.

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