Wenn wir uns verlieren, im Sumpf der vielen Vorstellungen, wie es denn sein sollte aber so selten ist.
Wenn wir aufwachen und denken, zu Hölle, das ist die falsche Realität.
Wenn es dann hin und wieder alles schön und erträglich wird, wir anfangen zu lachen, uns auf ein Sofa setzten, die Knie unter das Kinn ziehen, so das die Füße nicht mehr den Boden berühren, ein Buch nehmen, das uns weit weg bringt von den vielen Worten, die gesagt wurden, aber nicht gemeint, den vielen Anspielungen, die nur gespielt, aber nicht verstanden werden, von den vielen Lieblosigkeiten, obwohl man nur in den Arm genommen werden möchte, vom Verlust der Leidenschaft, obwohl man sich gerade in Schale geworfen hat. Wünsche, die unerfüllt bleiben.

Wir haben uns selbst übertroffen. Sind schneller gerannt, als der Rest der Gruppe, mit denen wir wasfüreineBankauchimmer teilten. Haben gewonnen. Empor auf eine Siegertreppe, die noch erfunden werden muss, denn das Leben kürt einen nicht. Endlich sind wir glücklich zwischen all den famosen, leichten, Daily Soaps und Liebsromanen, suchen nach dem perfekten Gegen-Ich, ein Gegenüber, der es auch verdient hat, dass er einen anfassen kann, bei dem die Leidenschaft, das Verlangen nach einem selbst, auch in zwanzig Jahren noch brennt wie blaues Feuer. Der darüber wegsehen kann, dass man sich selbst der größte Feind ist, so unperfekt -und das gerne betont-, der darüber wegsieht, dass man hin und wieder alles hasst und dennoch nur aus Liebe zu all dem (?)

Ja, willkommen im Neoprenzeitalter. Wir können baden gehen ohne Nass zu werden, im Arktischen Eis, ohne zu frieren. Gehen surfen, und wissen nicht mal, wohin, weil es uns schon wieder egal geworden ist. Es ist irgendwie schon wieder beim alten geblieben, aber gemütlicher, flexiebler, mehr kaugummi-alt: das Leben. Unverbindlich, sexy, knallhart mit vielen tollen, braunen Bauchmuskeln, strammen Beinen und einem Lächeln wie Mona Lisa. Wir sind weit gekommen, Trash ist das neue Rock, Crystal das neue LSD, endlich wissen wir wie man Partys feiert, seine Genitalien benutzt und immerwährende Romantik praktiziert. Herzlichen Glückwunsch.

Wonach man sich sehnt? Nach einer warmen Tasse Tee, einem guten Drink am Abend und dass die Welt bitte einen kurzen Augenblick mal die Fresse halten kann.

 

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