Ja, was zur Hölle soll man sagen. Manchmal fehlen einem einfach nur die Worte, es gibt nicht mal Gedanken zu irgendwas. Nichts. Es ist einfach leer. Still und leer. Wie ein peniebel leergefegter Innenhof eines Luxusapartmenthauses in einer großen, ansonsten doch recht dreckigen Stadt. Die Menschen Spucken zähen Schleim aus ihren Backen und Zungen auf den kalten, aufgeplatzten Asphalt. Andere, ältere, beschweren sich dann darüber, welch Frechheit und Dreck überall, andere, noch ältere, pressen ihren einen Finger kräftig auf einen der beiden Nasenflügel, ihren Kopf leicht nach vorn gebeugt, und befördern Unrat aus dem anderen Loch auch- auf den Asphalt. Den Autos ist das egal. Ihnen ist sowieso alles egal. Sie lassen sich bescheißen, anritzen und bepissen, das juckt sie nicht. Manchmal verrecken sie – einfach so. Autos sind die Prachtstücke der Menschheit. Heftig lackiert oder verwest und voll Ignoranz verrostet stehen gelassen. Sollen nur funktionieren, ansonsten alles scheißegal. Autos sind aber auch die besseren Menschen- sie können sich nicht weiterentwickeln, nicht mehr kaputt machen als sowieso schon kaputt ist und sind ohne die Pickeligen, unzufriedenen und von zweifel Bestückten Menschen sowieso Zweckfrei. Dann rosten sie, bis ein Rad abfällt und glänzen in der Sonne, trotzen dem Regen und interessieren sich einfach nicht.

Wie gesagt, manchmal ist der Kopf einfach leer. Der Magen auch. Die Kotze ist draußen, ein leichtes Brennen bleibt im Kehlkopf zurück. Will man das alles, oder will man es nicht? Der viele Alkohol wird immerzu fleißig nachgefüllt, so werden die Regale nicht leer und die Menschen hören nicht zu kotzen auf.

Was soll man denn ständig dazu sagen? Es ist egal. Das heißt aber nicht, wie ihr jetzt denkt, dass man geistig stagniert und auf depressiv-pessimistisch zurückstellt um es sich in seinem eingedellten Sofa bequem zu machen. Nein. Es ist einfach nur scheißegal und es nervt, wenn man sogar daran gehindert wird, sich darüber zu amüsieren. Denn was sollen wir mit dem Ganzen überbewertetem Quark denn sonst machen? Passt doch in keine Tasche ohne Loch.
Dieses viele Reden mit den trockenen Mundwinkeln und den fliegenden Spuckresten. Ist doch alles egal. Wir küssen uns und laiben uns mit den vielen Körperfluiden ein, dass ist toll, das amüsiert, bringt dich zum lächeln. Aber nein. Sonst ist es uns doch einfach viel zu häufig nach übergeben.

Dave ließ sich neulich verprügeln. Mit voller Absicht. Um mal wieder was zu fühlen. Als er blutete und alle ihn betrachteten, ganz ernsthaft, in dem Späti, als er sich ein Bier kaufte und einen kleinen, Kurzen, da musst er lächeln. Auch Husten, weil seine Lunge so schmerzte, aber in erster Linie lächeln. Dave ist leicht radikal, was aber nicht weiter auffällt in dieser kurz und schnelllebiegen Welt.

Lisa will ja auch nur raus. Dahin, wo man englisch spricht. Da schmeckt alles anders, die Straßen sind bunter bemalt und platter asphaltiert. Da guckt man nicht so grau und faltenfrei wie hier, im dunklen Deutschland. Nein, da ist es besser.

Wie gesagt, manchmal weiß ich einfach nicht, was ich dazu sagen soll. Nicht mal, was ich dazu denken soll.

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