Wann merken wir nur, dass wir alt werden?
Das impliziert nicht die am meisten ins lächerliche gezogene Frage, nagut, eigentlich mehr Feststellung, dass wir alle „älter“ werden. Nein.

Sanne. Sanne heißt, betonter Weise, Sanne, nicht suSanne. Ich habe das Gefühl nicht wegbekommen, dass da etwas mit der Namensgebung nicht richtig funktioniert hat. Sanne kifft nicht gerne, lieber doch nur Bier, Wein und Schnaps. Und am Wochenende mindestens zweimal feiern gehen. Auch, nein, vor allem wenn wir in einer anderen Stadt, oder sollten wir sagen Weltstadt zu Besuch sind. Sanne findet melodisch angezerrte „Beats“ aus französischen Buntkehlchen am schönsten, Piano, Vino und was man da eben sonst noch als Leben mit Kunst bezeichnet. Apropos Kunst. Ganz wichtig. Sanne liebt doch Kunst, nicht wahr? Hier ein Graffiti, da ein irre kreativer Name für eine Bar/Frisör/Späti/Bäckerei, dort eine tolle Inneneinrichtung und kennst du nicht die Bilder von demderjenemjener? Gibt’s nicht. Toll. Sanne bringt dann sehr „andere“ Postkarten mit, auf denen Motive zu sehen sind, die so bedeutungsschwanger und faszinierend sind, dass es garantiert mindestens siebenlinge werden müssen.

Sanne, ach Sanne. Sanne ist nämlich schüchtern. Prima.
Zickig, ein gutes Glas eingebildet (aufgrund der Brüste, nicht dem Arsch) und schüchtern. Interpretiert gern und viel in die sie umgebende Welt hinein, fragen tabu- man muss wissen. Sanne oh Sanne. Wieso hat sie in den goldenen dreißigern nur noch keinen Freund? Sie ist nicht einsam, fühlt sich nur allein. Sanne mag gerne Kochschinken, Brokkoli, gemütliches Beisammensein mit Kuchen und Tee und lässt sich bedienen ohne es nur zu ahnen, dass sie sich gerade bedienen lässt.

Sanne hat viele schwule Freunde und solche, die für schwul gehalten werden, aber hinter vorgehaltener Hand (bitte nicht so verschmitzt lächeln) kiechernd sagen, nein, sie sind hetero. Sanne redet gern über sexuelle Orientierungen, aber Oberflächlichkeiten sind ihr zu trübe, sie mag es tief und rein.

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