Mein Leben neben deinem so bedeutungslos. Deine Vorstellungen nicht einhergehend, geschweige denn einigermaßen überschneidend. Nur vielleicht die marginale Hoffnung, den dezenten Wunsch, das Verlangen nach Glück. Einer Antwort.

Da sitzt du, mit deinem gebrochenen Herzen. Guckst dir den matten Bildschirm deines Mobiltelefons an. Hoffst. Weinst. Verstehst nicht. Später häufiger Lächeln.
Dann drehst du dich um, beginnst in dem kleinen Tagebuch zu blättern- warum nur hast du es nicht regelmäßiger gefüllt? Mit Anekdoten. Kleiderschnipseln,  alten Kinotickets, Theater- , Opern- und Festivaltickets. Du hast alles weggeworfen, und damit alles, was dir so viel bedeutet hat. Eine weitere Welle Traurigkeit.
Nein, du wolltest nie in der Vergangenheit liegen bleiben, hängen bleiben- und jetzt sitzt du hier. Wieso hast du alles beseitigt? Für wen hast du alles weggeworfen? Für dich? Oder weil jemand das eben erwartet. Dabei kennst du diesen Jemand nicht mal. Mit seinem dreckigen Lachen.

Neben deinem Leben scheint meines so klein. Dein Lachen ist größer, dein Spaß witziger. Nur diese kleinen Momente. Wenn du versuchst in mein Leben einen Spalt breit hinein zu gucken. Und nichts von dem Bühnenaufbau oder den Schauspielern verstehst. Du kennst ihre Gesichter nicht.  Nicht ihre Stimmen, nicht ihre Filme, nicht ihre Aufführungen. Wieso auch? Denkst du,  ich hab doch mein eigenes Leben.

Schon wieder wird deine Welt wichtiger, voller, schöner, blumiger, richtiger als meine. Du bist wundervoll, und übervoll mit Problemen.  Sie sollen dich genau so sehen. Du verschleierst dich. Bist aber dennoch so sehr du. Liest schwere, lange Bücher. Weißt viel. Bist schön. Und fit. Lachst ehrlich.  Du versprühst einen ist mir egal Esprit den jeder um dich herum bewundert.

Nur neben dir ist das eigene Leben wie eine dauerhaft Erdrosselung. Niemand möchte sich geehrt fühlen, wenn man auch mal eine Rolle spielen durfte. In deinem Cabaret des perfekt inszenierten Dauerspiels deines Lebens. Nur alle paar Jahre eine neue Premiere.

Die Tür fällt hinter dir ins Schloss. Es gibt Menschen, bei deren Verlassen man sich fragt, ob man all das eben nur geträumt hat.

 

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