Enzückt vom tristen Licht des Halbtages spielen sich die straffen Körper in Grund und Boden. Zu wenig Baumwolle, oder Poliester, für diese Temperaturen. Die überrennen das geendete Herbstlaub mit seinem restlichen Hauch von gelb, um ihren Spielball wohlgekonnt in eine Ecke zu pfeffern.
Die zerpflückten Wolken und die Bank aus seichtem Seidennebel ist in ein beinahe warmes, fröhliches, unbekümmertes Hollywood-Linse-Licht getunkt, dass einem ganz traurig wird, lässt man es wirken.

Doch viele, die nicht rumrennen, schreien und schwitzen, wundern sich, wieso sie diesen Ort denn nur so selten aufsuchen. Haben sich eine teure Wohnung hier geleistet, viel aus Designerläden vollkommen überteuert gekauft. Doch jetzt will er nicht mehr so. Er weiß auch nicht woran das liegt. Ist die Wohnung doch hell und Uschi putzt und kümmert sich um die Brut. Die so schnell an Zentimetern zulegt. Mit 14 Jahren wird sie das Auto, einen tollen neuen, gut gepflegten Porsche, gegen einen Baum fahren und alles an Liebe zunichte machen, was Mutti, und eben auch selten Vati, ihr mit gegeben haben. Ob die Brut immer traurig gewesen sei, wird dann in aller Munde, um diese ansonsten so leuchtende Familie, gefragt werden. Damit hätte doch niemand gerechnet. Zu dieser Zeit werden Mutti und Vati aber bereits festgestellt haben, dass Stress die Libido schrumpfen lässt, aber ein Ehebett nichts taugt, wenn keine Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden.

Zweimal Sex im Jahr, ist einfach nicht das Gleiche. Er wird vom Dach seiner Bank springen, mit 47 1/2, frustriert und voller Koks, einem prallen Bankkonto und vertrockneter Libido im Gesicht. Das Gesicht wird sich einen neuen Platz suchen auf dem Trottoir auf dem es zerplatzen wird, seine Frau wird bitterlich weinen. Später wird sie viel reisen, ein Buch schreiben und zwei Kinder adoptieren, da sie ein Waisenhaus in Ost-Schweden mit zwei Eseln, einem Pferd und um die zwanzig Enten eröffnen wird. Ein altes Haus. Platz für vierzig Waisen.

Den Tot aber hat sie nie verkraftet. Jetzt hat sie wieder Sex. Mit dem Gärtner. Und spürt endlich wieder sowas wie leben. Sie lächelt.

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