Verschenkt: Versprechungen.
Gerochen: Gebrannte Mandeln.
Geschmeckt: Lippenstift und Glühwein.
Gespürt: Zufriedenheit und innere Wärme.
Gehört: Schlechte, aber gut gespielte Weihnachtsmusik.
Gewünscht: Keine Tripper, mehr Energie.

Die Vernunft spielt gerade ein anderes Spiel. Getrieben werden wir wohl eher von Verlockung und den beschränkten Möglichkeiten endlich auch mal glücklich werden zu dürfen. Nichts mehr ist mit „wenn ich zu essen habe bin ich glücklich“, sondern eher, wenn das gegessene bitte gesund und in seiner Kalorienzahl stark unterlegen ist. Wir husten uns also vor, zu dieser Zeit, von Vergänglichkeit zum Evergreen, wollen selbst nichts verpassen, immer dabei sein, das Beste geben und das Meiste bekommen. Es wird alles schon werden. Bunt und warm. Fröhlich und gerade aus der Dusche kommend. Geruchslloser Sex und keuscher Dreier. In der neuen Welt, in der das Glück bezahlbar scheint. Nur wenn wir uns dann lächeln sehen, verschwimmt das Design der Handtaschen einer bekannten Marke.  Wenn wir aufwachen und der Geruch von gestern uns zum lächeln bringt, wir den warmen Körper an uns ziehen, eine Zigarette mehr anzünden und das Morgen zum Heute werden lassen, wegtauchen und tatsächlich s-i-n-d .

Du sagst, dass hier sei nicht real. Nur eine Zwischenzeit. Ich sage, ich lebe in Zwischenzeiten. Der Rest ist nicht Real. Er ist Schauspiel. Du lächelst. Drehst dich um. Deine Brust liegt auf meinem Arm. Wir hören auf zu denken.
Wenn wir uns in einem Lachen, einem Lächeln, einer Lebenskunst verfangen haben, uns wohlfühlen, was kann uns dann noch passieren? Wieso verspielen wir so häufig das, was uns am Leben, am atmen hält?

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