Stell dir vor. Stell dir einmal vor, du würdest eine zweite Chance erhalten.

Würdest du es tatsächlich anders machen? Die Waffen würden ruhen, keiner würde dein Gesicht kennen, du könntest neu wählen. Hier, oder doch Dort entlang? Schlendern oder rennen? Würdest du wohlmöglich sprinten, etwas vermeiden?
Wir glauben aus nicht nachvollziehbaren Gründen daran, dass alles besser würde. Oder irgendwas, irgendwo uns vergeben müsse. Nur was vergeben? Die Welt ist synthetisch geworden, Gott ist eine App, der Glaube kommt aus der Steckdose. Du musst nur nachlesen gehen. Was früher die Marktschreier und Spinner, Unterhalter und Halsabschneider waren ist heute alles in Kabeln und hässlichen, Gesichtslosen Hallen vollgepackt mit Speichermedien die ihrerseits in Kästen stecken. Das neue Bunt steckt in den anderen Kästen, in die man die Kabel steckt.

Dort lachen dir Gesichter entgegen und jeder erzählt dir seine Geschichte. Man muss nicht mehr fragen, endlich kann man sogar seinen Schein maipulieren, ein Vorgetäuschtes Doppel zocken, jeder wird kommen, Orgasmusgarantie Web 2.0 dank Kamera und Kabel. Doch Vorsicht, merken sich die Hallen und Speicherkanister doch alles. Egal. Wir sind rallig, lass und ficken, keusch, jeder fasst nur sich an, wir tun so als ob.

Ein augedruckter Brief, von Hand getippt, ein plastik Weihnachtsbaum und die RTL Unterhaltung mit sprudelndem Nonsens, das Fenster zur Welt? Eher ein Zirkus für arme. Gelacht wird nurnoch zur spröden Unterhaltung in den Patchwork-familien.

Würden wir etwas anders machen wenn wir könnten?

Schmeißen wir doch mal die Quantität über Bord, hier in diesem Niemandsland an Sex. Lassen wir sie liegen, Mathematik hat nichts verloren auf dem Feld der Gefühle, der blumigen Seelen und rosa Wolken, verschulngenen Schwäne und Brunnen aus Gold.
Das zu sehen kommt immer erst zu spät. Oder eben später. Dass ist doch auch zu spät, oder nicht? Vielleicht gibt es aber gar kein Später, nur ein Jetzt und ein vielleicht wird da mal was kommen.

Wir haben vergessen uns tragen zu lassen vom Leben. Haben verlernt gegen Winde zu laufen. Wollen im warmen, sumpfigen Wasser liegen bleiben weil uns jemand erzählt hat, Moor wäre gut für die Haut. Aber die wird sich wie das Leben irgendwann verabschieden. Wir müssen nur mal aufhören ständig Angst vor allem zu haben.

Bereuen?

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