Guten Morgen, fauler, schaler Atem.

Da pellen wir uns aus dem Bett. Jetzt aber schnell. Schon zweimal schnauzehalten an den Wecker weiter gegeben. Noch mal und der Job, mensch, denk doch mal an den Job! Kind, der macht dir doch Spaß. So zwischen den Häuserzeilen. Beton ersetzt durch Stahl und Glas, alles wird besser verprechen die Architekten, die alles wie wild verwinkeln mit Bäumchen in der Mitte. Grün wirds, ist gut für die Seele. Dieser eine, große Baum. War noch ganz klein, ein Bäumchen, als er dort eingebuddelt wurde, ganz früher. Da hat dieser Architekt extra viel Glas verbaut, sollte doch wirklich Grünzeug ins Büro. Damit die Menschen mit ihren krummen Rücken schneller tippen. Dinosaurier gabs da schon lange nicht mehr und Fleisch abgepackt aus Plastikdosen. Jäger? Die hier sind nachwuchssekräterinnen nach zweihunderttausendstunden Schreibtischackerei eeeeeeendlich eigenen Computer und ein, Mama hör her, Auto! Ein richtiges Auto. Mit Benzin. Haha. Ich habs geschafft.

Also schnell raus aus dem Bett. Rein in das scheiß Gedränge. Ich bin so wichtig. So wichtig. Mein Computer. Mein Auto (in der Tiefgarage, wir sind doch Öko und brauchen das nur zum aufreißen). Da rennen die Misters und Madams hinter her, hinter dem Schwarm an anderen. Regen sich über Gehbehinderungen auf, denn sie können schneller die Treppe herauf flitzen. Mit ihren blank-gerödelten Lacktretern.
Zack zack jetzt. Angerempelt -was will denn der Opa hier, der müsste doch ins Altenheim, nicht den Weg verstopfen die kriechende Kröte- und Passanten überholt.

Der Job? Spaß? Naja, ich kann endlich mal was machen, wo ich gebraucht werde, jaja! …sagt er stolz zu fragenden Freunden. Wichtige EMails schreiben. Wichtig Kaffee trinken. Wichtig gucken. Poker. Face. Hauptsächlich aber wichtig sein. So den ganzen Tag. Hardcore-important-MAN.
Die Kollegen bitte aber nicht zu persönlich kennen, DisTANZ DisTANZ, bitte. Nachher fickt man noch mit der schnuckeligen vom Frontdesk. Das soll nicht sein, die eigene Karriere ist immer geiler. Hat eine gegeelte Frisur und das Auto. Das in der Tiefgarage.

Nein, man hat keine Probleme. Wer ist dieser Persönlich? Kollegen sind zum Karrieremachen und Ellbogen ausfahren da.
Das Leben als Statussymbol in der Arschleckgesellschaft. Juckt sowieso kein Schwein mehr.
Endlich angekommen im High-Speed-Leben. Die Pille für danach ist der Gin am Morgen.

In den Büros, in denen man sich nicht kennt.
Da verlernen die neuen Dinosaurier mit Kravatte und tollem, weißgebügeltem Hemd, über sich nachzudenken und zu reden. Werden zu Dinosauriercomputern.
Bei Dino-Kollegen, die sie nicht richtig kennen und bitte nicht vertrauen-Posten über dir, denk dran Herbert, halte durch, nur noch 10 Jahre. (nach acht bekam er einen äußerst männlichen „börnaut“)
Zurück nach Hause, jetzt schnell noch Talentbörsten im Raumschiff-Tv gucken, singt ihr kleinen Schweinchen, igitt, ich sehe eine Wampe. Deine Stimme mag ich, jaja, schnell noch die Geschlechtsteile stimuliert. Wir funktionieren doch alle.

Irgendwann Donnerstags gehts dann zum Psychologen, aber ich habe leider vergessen was ich erzählen wollte- er ist ein guter Freund vom Verwandten meines Chef’s, hab ich gehört.

Doch wir sind Zuhause. Angekommen. Da wo uns keiner hört. Wo wir keine Stimme mehr haben. Mit ausgeknippster Persönlichkeit. Mit Computer-Dino-Freunden. Schnell schnell. Am Ende noch schnell, schön sterben. Mit Liebe aus der Konservendose. und Vertrauen aus Pappmaschee. Hier, ein paar Plastikblumen als Hochzeitsgeschenk für eure Prostata, dann verwelkt nicht alles so schnell. Duftet leider auch nicht. Wie war das doch gleich mit der Vergänglichkeit? Wo bleibt da die Erotik… ich bitte euch. Seid doch nicht kindisch.

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