Knisterndes Bonbonpapier gleitet aus der knittriegen, leicht schweißigen innenhandfläche und fällt, wie ein Blatt, ein Disko-Blatt. Es glitzert im Wind mit der Sonne, spielt mit dem Licht.
Oh Kind, wir hatten all unsere Hoffnung in dich gesteckt, und jetzt das. Ein enttäuschtes Flackern zuckt durch die alten Linsen der Augen der Erzeuger. Was hätte die Zukunft nicht alles bringen können?! Warst doch so unglaublich begabt.

Hochgesteckte Ziele, anspornende Worte, doch keine Hilfe, die fehlende Hand, die fehlende Schulter, das fehlende Ohr.
Da kam das alles gerade recht.
Scheißegal das Motto, laute Straßen, feuchte Clubs, zu viel getanzt, nicht gewusst wieso Sonne, warum Licht, Hauptsache bunt und endlich mal gefühlt. Oder: alles ab gestellt. Die Motoren liefen gerade erst an, da tat es richtig gut, sie aus zu schalten, brach liegen zu lassen, die PS, und rein ins Getümmel. Hände nach oben, Augen zu, treiben lassen, ohne Ziel… wenn nicht jetzt, wann dann, verdammt? Wenn ich tot bin?

Da waren die alten Augen, die wussten warum. Die die jungen anschauten, durchbohrten, das Gewissen stichelnd. Alles wie früher in diesen modernen Zeiten. Nur anders kommuniziert wirds- na herrlich, und was bringt uns das jetzt?
Da fällts, das Bonbonpapier, wie vor fünfzig Jahren, auf diesen versifften scheißboden. Dann merkt das Arschloch zumindest nicht, was ich für einen derben Mundgeruch habe. Kommt davon, wenn man vergisst was zu essen.
Und die Bässe ziehen weiter.

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