Versuchen sich von etwas Altem zu lösen und in etwas Neues zu starten? Glaubst du tapfer daran, dass alles super wird? Dafür hast du viel gelernt, einiges weg gesteckt und bist dir jetzt sicher alles wird anders. Heute ist der erste Tag. Vom. Rest. Deines. Lebens.

Dann fühlst du dich alleine. Gegen alle. Wo sind sie hin die Geschichten? Keiner jubelt dir zu für diesen großen Schritt? Was hast du erwartet?

Dann löffelst du sie aus- die Suppe. Den Rest, der noch übrig ist. Schleimig und kalt, aber alles was sie dir übrig gelassen haben. Hier in der neuen Welt. Du weißt noch immer nicht, was das eigentlich soll. Wo du selbst stehst. Dein Lächeln ist eine Zierde geworden, damit niemand sieht, dass du alles, was du bisher zu verstehen geglaubt hattest, nicht mehr brauchst. Du brauchst ja so viel mehr. Und weißt gar nichts mehr. Verstehst nichts mehr. Du trauriger Odeon.

Da siehst du so toll aus, bist so schnell geworden und auch die funkelnden Augen von vor einer Weile, die auf dich gerichtet waren, gehen dir nicht mehr aus dem Kopf. Hier kennen sie dich nicht, die anderen Augen. Die Leere aus deinem Innern will sich mit dem Verlangen nach mehr füllen. Aber du weißt einfach nicht, woher du es nehmen sollst. Ob alles richtig war? Beschissen zu erkennen, dass es so etwas wie richtig oder falsch nicht gibt. Wo anders fragt da keiner mehr nach. Und wenn doch mal- gerätst du ins Stottern. Wie gerne hättest du auch mal sichere und klare Wünsche. Nun, wo du dir den ersten versiebt hast, scheint der Rest nur grau und schal.

Odeon, tanze weiter.
Odeon, du bist nicht alleine, doch das weiß niemand, der alleine ist.
Odeon, nur die erstmals Schwachen haben am Ende genügend Kraft, den nächsten Kampf bis zum Morgengrauen zu überstehen.
Odeon, du kleiner Held, verliere deinen Glauben nicht. Denn der Phönix, aber wem erzähle ich das, er ist doch -welch Wunder- entstanden aus seiner eigenen Asche. Und keiner half ihm hoch.

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