Weil man nicht weiß, wie lange es noch dauern wird.

Weil es immer enden kann, und dann soll etwas geschehen sein. Etwas Großes. Das alle bewegt. Die Stelle, an der alle im Kino sitzen und weinen. Oder andere dagegen ankämpfen und so tun, als wäre alles nur Klamauk, da vorn auf der Leinwand.

Weil wir so tun, als hätten wir noch so lang. Spielen rum. Wir veräppeln das Jetzt und scheuen das Morgen. Aber was, wenn es dann doch vorbei ist. Vielleicht plötzlich, vielleicht langsam, aber immer irgendwie überraschend. Weinen wir dann?
Weil wir es ahnen, dass es kommt.
Noch ist es weit weg, hoffen wir. Weit weit weg. Aber es kommt, aber wir ignorieren es, können es wegkaufen, wegtrinken und wegüberdezibeln. Doch in uns merken wir -huch- es gibt da Sachen, die kann man nicht aufschieben. Die gehorchen keinen Gesetzen und denen ist jeder Lebenslauf egal.

Auch die große Liebe ist ihnen egal.
Weil wir in uns wissen, dann wenns uns weh tut, dass diese Dinger, die mit der Liebe, da wo’s brennt wenn sich Kilometer dazwischen drücken, oder man mal wieder im Dunkeln seinem eignen Puls lauscht. Weil wir dann wissen, verdammt, irgendwie war’s toll. Nur hätte ich nicht immer warten sollen.

Wir verschieben das große Ganze immer. In etwas rein, dass es nicht gibt, nie geben wird: ins Morgen. Wir vergessen, weil man uns es beigebracht hat, das Gerade, Hier und Jetzt.

Gefühle sind schrecklich out geworden. Sie schicken sich nicht, Makeup steht ihnen nicht und irgendwie sind sie der maschinellen Welt im Wege. Außer man braucht sie mal eben für irgendwas entzückend zeremonielles. Aber wann kommt das schon? Ansonsten weg mit ihnen.
Reden übernimmt zehn mal die Krankenkasse, dann musst du aber auch verstehen dass alle irgendwie mal fühlen wollen dürfen. Oder so ähnlich. Spiel dich nicht in den Mittelpunkt, aber sei trotzdem jemand. Wie das geht? Bitte gehe jetzt weiter.

So ficken wir fröhlich. Da können wir zumindest jammern und alle Schweine die mitficken oder gefickt werden halten es für was gutes. Und wir saufen und fressen. Denn wir wissen es bricht alles irgendwie. Und wir merken: leichter wirds nicht mehr, es sei denn, wir erlernen das Lachen wieder. Aber das gibt so schräge Falten und nervt die Ummenschen.

Und da sehen wir es, in kurzen Momenten blinzelt es uns an und sagt uns, fröhlich wie es nunmal ist: nun ist’s soweit. Ableben ahoi!
Haben wir’s nicht gesagt? Jeder hat’s immer gesagt und keiner hat nie zugehört.
Genau wie nie jemand irgendwann irgendeine verdammte Geschlechtskrankheit hatte. Die sind nur was für…

Und dann liegen wir wieder dort im Bett. Mehr oder weniger unser eigen. Und wissen gar nicht, über was wir uns eigentlich den Kopf zerbrechen sollen. Wir machen es dann halt trotzdem.

Um dann am nächsten Morgen ein klein wenig weniger zu können. Von was und für wen… für uns. Ein wenig. Und für das Makeup. Und die schönen Haare. Und den nächsten, guten Fick. Der bitte einmal so geil sein soll, wie unsere Fantasie uns einredet, dass alles wäre. Ohne unsere Träume sind wir nur noch Abfall.

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