Und dann war da doch noch was. Etwas. Ein Gefühl wie aus tausend und einer Nacht, nur eben nicht schön, sondern erschreckend. Wir werden schwächer. Immer schwächer und wollen wissen wieso. Kämpfen gegen Windmühlen weil wir nicht wissen, dass es Windmühlen sind. Waren doch mal so stark, oder waren es nur unsere Worte, Gedanken, Illusionen und Geschichten? Verbalattacken links und rechts, eine blutende Visage wer blöd getan hat. Und jetzt? Jammernd, wundernd, denkend, ja, Hauptsache selbstreflexiv.

Wussten wie wir zu kämpfen haben. Ein Schwert, ein gutes Lachen, etwas gutes zu Trinken und das härteste Rückgrad. Hergekommen! Wenn du’s wissen willst, legs halt drauf an!

Stimmen die helfen sollten wissen wie man verletzt. Wir haben unseren Beat verloren während unsere Lieblingsband von vor 10 Jahren ihr fünftes Album auf den Markt schmeißt- nur kennt sie heute kaum mehr wer. Zu wenige erfolgreiche Singleauskopplungen. Zu wenig Elektro. Zu unsexy. Zu dick. Zu viele Skandale. Oje, und um die Ecke brennt ein Auto.

Da waren wir also mal stark. Und heute sind wir so leicht einzuschüchtern, weil wir immer und immer weniger wissen, je mehr wir sehen, erfahren, erdulden und uns gedulden lernen.
Keiner der es versteht, denn sie haben alle verlernt zuzuhören. Haben gelernt, ihre Fresse weit auf zu reißen und ihre Meinung kund zu tun. Jeder ist inzwischen seine eigene Band. Sein eigener Rock’n Roll. Jeder ist Autor und Künstler, alternativ und so verflixt clever, dass man nur noch in angepissten Rinnsteinen versickern möchte.
Gehe nicht verloren kleiner Ritter… nein, bleibe du selbst. Aber höre mir zu, denn…

Und dann kommt es. Wenn wir gelernt haben zu lieben. Gelernt haben zu warten. Und irgendwie… nichts mehr kommt. Außer das was alle besser wissen. Aber nicht unseres. Es ist ihres.

Wo ist deine Stimme, die dich auffängt? Sagt, sie will auch für dich da sein? Dich nimmt, wie du bist? Na, wo steckt sie? Welchen Tanz tanzt sie? Welches Land bereist sie? Oder ist sie doch nur eine Ungewissheit, etwas schon so längst verblasstes, dass der Schleier immer Grauer wird?

Manchmal scheint es nicht nur schwer, sondern gar unmöglich. Und dann die große Frage. Und die fehlende Antwort. Die blutenden Wunden die einst längst geheilt. Und die Zweifel die nur betäubt, nie aber verschwunden waren.

Und wie aus dem Nichts beginnst du zu Lachen. Einfach so. Und sagst: ich hab sie gefunden, die, die noch auf Einhörnern reiten und gegen die Sterne kämpfen um die Sonne zu retten. Deine Zahnlücke gluckst vor Freude, du nimmst mich bei der Hand und… c’est la vié- achso. Wie immer. Nichts begriffen. Aber sie ist da. Die Musik, die so lange verschwunden geglaubt.

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