Bitch.

Tag 1: beste Freundin. Du hattest so eine schwere Kindheit. Da sitzend, die Finger nie im Gesicht, die Schminke. Du bist blond, dass muss halt reichen. Und bist sowas wie dünn. Erregung bei männchen, du kennst das Spiel. Es geht natürlich nicht um materielles. Nein, Schnittchen, trotzdem: der Letzte, New York, LA, was sollst du sagen, heißer Feger war er. Hatte eine schöne Haut auf schönem Knochen mit schönem Job, gutem Geruch und sogar gelegentlich gelungener Empathie. Er konnte vorlesen ohne zu stottern, keine Bartstoppeln im Basinet, du warst ach so glücklich. Wenn du all dem schon keinen Sinn geben kannst mit deiner trappiert blonden Mähne, so denn er mit all dem was er bieten konnte- und natürlich war er dein Mann. Mann. Und du seine Frau.

Endlich was zum angeben wenn es schon nichts zum Lachen gab. Kann ja nicht alles lustig sein, Sabine, dass weißt du doch. Du bist immer speziell, konstruierst deine eigene Norm. Und kannst toll da sein. Wie keine andere. Tatoos sind für dich etwas wie Ohrringe, die man eben nicht am Abend abmachen kann. Drum hast du nur wenige? Familie? Du lachst, mit diesem Hauch schweren Lebens beim Ausatmen.

Das Talent andere Menschen sich besonders fühlen zu lassen wenn sie in deiner Umgebung sind. Ach ja, deine gespaltene Zunge beginnt dann mit deiner lauten Stimme alle Ecken der Seelenzimmer mit Gift zu bespucken.

Warum hat er dich nur verlassen. Sabine.

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