Da enden wir alle. Irgendwo. Immerzu, dauernd und unausweichlich.
Das braucht dich jetzt nicht traurig zu machen. Es ist einfach so. Macht es dich froh zu hören, dass es dabei keinerlei Ausnahmen gibt? Es gibt auch kein besseres Leben. Es gibt nur ein Dasein. Oder auch nicht. Das oder auch nicht ist ebensowenig verwerflich wie du sicher weißt. Denn was nicht lebt vermisst es nicht gelebt zu haben. Wie denn auch. Und wenn es dann lebt vermisst es vielleicht das nicht leben. Davon gibt es einige Geister. Und diese nehmen sich dann ihre Freiheit, von anderen als Frechheit bezeichnet, wieder zurück zu gehen.
Und andere müssen ja immerzu alles kommentieren. Selten genug, dass sie es meinen, meistens nur, um gut da zu stehen durch das was sie da sagen. Vielleicht haben sie es irgendwo von einem recht charakterstarken anderen gehört, kurz gelesen oder in einer intelligenten TV Sendung gesehen. Wie auch immer, sie geben es preis. Werden vielleicht sogar wütend wenn man das Gesagte dann tatsächlich wiederum in Frage stellt weil man nicht einverstanden ist. Denn wir haben alle etwas anderes erlebt, selbst wenn wir im selben Haus groß geworden sind. Denn großwerden müssen wir ja zwangsläufig alle, aber erleben tun wir darum nicht unbedingt das Selbe. Schon gar nicht gleich sehen, fühlen oder schmecken, geschweige denn denken. Das wäre frech, sowas zu unterstellen. Genauso frech wie zu behaupten etwas besser, oder schlechter zu können.

Ich will jetzt nicht außer Kraft setzen, dass es sowas wie besser oder schlechter gibt, das gibt es mit Sicherheit. Ich will eben nur sagen, dass das, was für den einen schlecht ist, nicht unbedingt von einem anderen auch als schlecht kategorisiert wird.
Ich meine, Menschen schlagen sich auch so lange, bis sie einen Samenerguss bekommen oder die Vagina zuckt und ausläuft. Das ist weder gut noch schlecht. Ein anderer wäre anstatt zum Samenerguss wohl eher zum Wutausbruch und wildem, urtümlichen Geschrei gekommen (aber gekommen wären sie alle), was aber nicht ausschließt, dass das eine besser oder schlechter ist. Einkategorisieren funktioniert doch sowieso in den seltensten Fällen.
Da denkst du deinen Partner zu kennen und auf einmal hat er ganz viele Partner neben dir. Darum war eure Zeit die ihr bisher zusammen hattet nie schlechter, sie wird es aber ad hoc, sobald du weißt, dass es da noch ganz viele andere gibt, die vielleicht auch das mit deinem Partner machen und reden und kochen und über das Selbe lachen, wie auch du.
Darum war doch die gute Zeit nicht weniger gut, oder?
Ich will eben nur sagen, dass es immer anders empfunden und eben niemals final kategorisiert werden sollte. Das kann doch nur schief gehen. Und mehr als das fühlen, was wir eben gerade fühlen, und das ist dann eben das einzig wahre Gefühl, geht eben nicht. Man regt sich ja auch nicht einfach ab, nur weil jemand bei deinem Tobsuchtsanfall sagt: beruhige dich jetzt.

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