It’s more fucking hell than being alive.

Die Ärmel werden hochgekrämpelt. Freie Arme, freie Fäuste. Das hast du gesehen, im Fernsehen, da hat’s geklappt.
Du verabschiedest dich, dein Magen rebelliert, du solltest dich doch eigentlich mies fühlen, jetzt wo’s vorbei ist. Vermissen. Fehlen. Ein Loch im Bauch und kreisende Gedanken um immer das Selbe. Aber das passiert einfach nicht.

Dein Bauch fühlt sich nicht gut an, das weißt du. Aber nicht weil dir etwas fehlt, sondern weil du etwas Anderes nie hattest.

Weiter gehts. Ein Lachen für die Runde, die sowieso nicht interessiert ist an Lächeln. Bitte nur da sein und nicht weiter stören. Funktionieren ist immer gut. Sonst wird’s ein langer, langer Tag. „Ich mag die Amerikaner ja, vor allem aufgrund ihrer aufgesetzten Freundlichkeit. Die deutschen rümpfen immer ihre Nase, ja nicht gute Miene zu schlechtem Spiel machen, und sagen scheiße schon wieder so’n Tag. Dann doch lieber oberflächlich, fake aber fröhlich.“ Pauschalisieren im Polarisierungsland. Du nickst. Bitte jetzt nicht widersprechen. Denn du hast kein Privatleben und sowieso werden persönliche Unterhaltungen erst dann recht interessant, wenn sie nicht deinen Lippen entweichen- denn wenn sie es mal tun, suchen die Blicke deiner Gegenüber schnell die Löcher in der Luft und ein Nicken das keines ist wird freigesetzt.

Okay, liebe Welt, denkst du dann, was soll der Scheiß? Mit Scheiß meinst du alles das was dir sagt „Lieben Sie niemals zu sehr!“ und du ziehst deinen Kopf ein vor dieser Erkenntnis. Oder diesem „gut gemeinten Rat“.
Du trinkst dein siebtes Glas Wein, von trocken ging es über fruchtig zu scheißegal. Du singst I’m no longer here than music und merkst, wie dein Herz in deinem Hals pulsiert, es wandert nach oben und will ausgekotzt werden. Aber das geht leider nicht. Leiden ist ein Leistungssport den du nicht beherrscht. It’s better to feel pain than nothing at all ist dir alle male lieber. Also Lieben. Im selben Gedankenzug schreist du, Tränen mischen auch irgendwie mit- du bist nun ausreichend verwirrt.

Ein Leben auf der Bank des alles wird besser, du musst nur alles mitnehmen war noch nie deins. Extreme gerne. Aber die Erschöpfung macht sich all zu gern in dir breit, wenn du wieder Grinsen siehst, dass keines ist, Worte hörst, die wortlos sind, und Blicke die so tiefgründig sind, wie eine Pfütze nach einem lauen Sommerregen.

Wenn du merkst, dass deine Gedanken und Gefühle in Filmen und Büchern zu Hause sind, dann weißt du, dass du angekommen bist. Jetzt bloß nicht heulen.
Liebe dauert immer nur Momente. Dann geht sie wieder. Zieht sich um und guckt vielleicht dann und wann nochmal rein. Sie hat dumme Freunde, die immer pöbeln und nerven. Lass sie öfter mal draußen. Und ansonsten nimm’s halt nicht persönlich, also die Menschen, das Leben und was so passiert. Aber vergiss nicht zu tanzen.

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