Und dann lass es uns wieder machen. Es wird keiner hinsehen, in der Whisky- Bier- oder Weinlaune, eine Rauchen, zurück lehnen, uns gegenseitig sagen, dass wir unglaublich gut aussehen, noch hübsch sind für alles was da eigentlich passiert ist und unser Repertoire an Anekdoten randvoll. Niemand wird fragen, warum eigentlich alles so anders gekommen ist, als der große Plan es vorher gesehen hatte. Die weisen alten, die uns mit Ratschlägen und Hinweisen in eine Richtung schubsten, sie haben sich nun an ihr altes, von Efeu verdunkeltes Erker-Zimmer gesetzt, auf den immer noch schönen Schaukelstuhl, ihre Pfeiffe im Mund und nuckelnd zufrieden grunzend nicht mehr an uns denkend.
Hören wir endlich auf uns schuldig zu fühlen, wir werden laufend vergessen werden. Verpassen Momente, dass ist egal. Aber dieser Stuhl hier ist bequem, die Musik ist gut und vertraut, die Geschichten sind spannend, du siehst gut aus und wir können zusammen lachen. Lass uns rauchen, so tun als würde es Pläne nicht geben, die besten Musikkritiker der Welt sein, in Gedanken verloren, um uns später um den Hals zu fallen und morgen nicht alleine aufzuwachen. Keine Vorwürfe, keine Erwartungen, nur ein schöner Abend, einer dieser seltenen, ohne Rückenschmerzen oder Nachwehen, keine Flucht und kein Smalltalk. Es ist egal wie du dich siehst, du bist unglaublich, immer wieder. Glaube zumindest meistens dran. Klug und witzig, gefährlich und schnell. Also nimm dir auch ein Glas, setz dich auf dieses unverschämt gemütliche Polster und erzähle mir von dir, deiner Musik, deinen Geschichten, deinen Momenten und das, was dich hoffen lässt, dass dieser ganze Scheiß hier nicht komplett umsonst war.

Bevor die Sonne wieder aufgeht. Und die hektischen Menschen uns daran erinnern, dass das hier eigentlich gar nicht existiert. Aber für uns ist es alles. Und sei es nur einen Augenblick. Lassen wir die Nadeln auf den Platten tanzen, singen unser eigenes Lied.

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