Eigentlich sollte man sich vornehmen vor dem 50ten Lebensjahr das zeitliche zu segnen. Wirklich wahr. Und bis dahin durchstarten, alles machen, außer Rand und Band, sich niemals aufhalten lassen und mit Liebe, Wille und Leidenschaft bei der Sache sein. Na, wie klingt das?
Wie kommt This Bloke da jetzt drauf?
Freunde der Ehrlichkeit.
Wir hetzen uns ab, rennen in die Schule, hassen sie. Oder mögen sie ein kleines Bisschen, aber nur weil unsere Freunde da auch rumlümmeln und genau das gleiche unfreiwillige Wissen in unseren platzsparenden Geist gedrückt bekommen, wie auch wir. Also haben wir gezwungenermaßen den gleichen Feind und das verbindet, mit etwas Glück noch ein paar Jahre über die Schule hinaus- ein paar von uns werden dann ruck zuck erwachsen, machen vernünftige Sachen, haben auch einen Geld-Puffer oder so was wenn die Zeiten mal karg werden oder der Nachwuchs ein neues Fahrrad/Mofa/Motoroller/i-Teil will. Der Rest von uns, die eben nicht so eifrig sind, die wir uns gern selbst mal verlieren, laute Musik in verrauchten Nachtclubs der Klassik vorziehen und gelegentlich den Montag mit dem Sonntag verwechseln, tja, wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder irgendwann volle Kanne auf das Gaspedal der inneren Leidenschaften zu treten und abzudüsen, scheißegal wohin. Oder zu scheitern, aber dann bitte mit Klasse.

1aa.0
Dann wird jedes „Klassentreffen der ehemaligen 12 c“ zu einer kleinen Sensation, wenn die Münder viel erzählen, aber die Herzen schweigen. Wie gut, dass wir in unseren Breitengraden nicht erfüllt sein müssen, um etwas vorweisen zu können. Buddah würde sich totlachen, ein Schenkelklopfer nach dem nächsten. Lebensentwürfe der Wirtschaft, und wer wollte es genau so? „Bevor du gar nix machst ist es besser, irgendwas zu machen.“ Ein Leitsatz für alle die, die daran glauben.

Mit Ende 40 ist Schluss. Ende. Aus.
Hau dir Heroin rein, erlebe den Rausch deines Lebens. LSD. MDMA. Pilze. Koks. Das ganze Breitbandspektrum der verpassten Gelegenheiten. Dein Geschlechtsteil wird’s dir danken, also mach es nicht alleine. Vögel die letzten Tage so durch, als wärst du mit einem Hinkelstein als Bruder auf die Welt gekommen.
Und dann gehe Hopps.
Kümmere dich nicht darum, was „andere“ sagen werden, wen ‚kümmerts dann noch? Es geht um dich. Sei in diesem Falle ein Ego. Durchziehen, dein Leben so verdammt intensiv wie nur möglich leben (versuch bitte nicht im Knast zu landen, dass würde einen fiesen Strich durch die Rechnung machen- es sei denn du legst darauf Wert und der Knast gehört zu einem Leben für dich dazu wie der Wein zur Pasta mit Fisch). Hau auf die Scheiße. Natürlich nicht jeden verdammten Tag. Aber folge deinem inneren Ruf. Auch, oder gerade weil, heutzutage darauf absolut kein Wert mehr gelegt wird, wenn’s für diesen Ruf keine passende Stellenausschreibung gibt. Hör auf, immer so zu tun, als würdest du die ganze verdammte Zeit deines Lebens diese grandiosen Brüste, diesen himmlischen Arsch und deinen wahnsinns Bauch haben. Hast du nicht. Wirst du nicht.
Aber eben das ist das Schöne. Nutzte das. Dich. Alles an dir. Und benutze dich. Lache. Weine. Von mir aus verzweifle im höchsten und schönsten Ausmaß, dass eine Verzweiflung mit sich bringen kann. Dein Körper ist der Hammer. Benutze ihn, und nicht nur als Chipskontainer.
Und dann, wenn du genau das machst, was du weißt dass du es gut kannst und es dir meistens Spaß macht, du immer noch nicht ganz so scheiße aussiehst, noch genug Power hast und das Leben lacht- dann lässt du es sein (siehe „Ende 40“).

Du siehst dann noch verdammt gut aus. Bist auf der Höhe deiner geistigen Kraft. Weise genug um nicht jedem deine Meinung an die Stirn zu klatschen. Bist sexy, begehrenswert, hast die Welt gesehen (oder eben das, was dir davon wichtig war) und ein paar irre Dinge erlebt.
Und genau dann trittst du ab. Wirklich. Lächelnd. Mit einem Winken. Und absolut egoistisch. Und weißt- es war genau so beschissen wie alles grandios war. Und alle anderen denken: wer hätte das erwartet.
Aber wen kümmerts.

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