Und Alles. Einfach alles. Und schon wieder. So wie immer. Alles schon wieder. Doch erst mal zurück auf Anfang.

Erst passiert gar nichts. Der Kopf ist leer. Eine Hülle an Watte legt sich um das Gefühlswirrwarr. Weder Lachen noch Weinen, einfach nur nichts- die Gedanken rasen, keine Chance, auch nur einen in die Hände zu bekommen. Selbstzweifel lösen Überzeugungen und Wünsche im Millisekundentakt ab. Es ist mal wieder so weit.

Wenn die Haustür ins Schloss fällt nachdem ein Sturm voller Dreck und Zweifel sich mal wieder verabschiedet hat, wir durchatmen und denken „geschafft, verdammt noch mal“, die Schuhe abstreifen, und uns auf die Couch fallen lassen.
Die kleinen Momente aus Schock, Überraschung, unerwartetem Erwachen und verzweifelter Hoffnung, die uns Abends schlecht einschlafen lassen, weil unser Kopf sich sehnt und die Konjunktive bis zum Umkippen wieder und wieder durchgeht.
Dazu noch die Gesichter, die lachen wenn wir unsere Augen nur träge nach einer schlechten Nacht öffnen.

Life ain’t worth living without the one you love.

Wenn du denkst, dass es jetzt gut an der Zeit wäre, deinen persönlichen Kurs der Selbstzerstörung wieder aufzunehmen, auf alles zu scheißen, denn alles scheißt ja auch auf dich.
Nur das da sitzen, darüber grübeln wer da draußen denn noch gerade jetzt die scheiß Sonne untergehen sieht und was sie wohl denken, hilft dir nicht mehr so viel wie beim ersten Mal.
Die Kippen im kalten, halbvollen Aschenbecher erinnern an gemeinsame Anekdoten die halbverdaut zum Besten gegeben wurden, um diese eine Nacht nicht alleine schlafen zu müssen. Die „besten Platten“ laufen schon seit einiger Zeit und sind nur für den Besuch ein Schmankerl, der in die Vergangenheit blicken lässt.
Abgedroschene Floskeln für nichts weiter als die Leere zu füllen. Das ehrlichste an solchen Abend ist die Stille, die ohne Berührung wie eine große Lüge wirkt.

Das Ewige Wegrennen und das niemals Ankommen. Die immer wiederkehrende Hoffnung die so hart aufrecht zu erhalten ist. Das Kind in uns, dass nicht aufgeben will, da es sich doch so darauf freut, irgendwann ins Niemandsland zu kommen, wenn es nur alt genug ist. Und im Auto fahren zu dürfen, wohin es möchte, mit heruntergelassenem Fenster, die Hände raus reckend, laut lachend, die Musik so laut es geht aufgedreht mit allen Freunden- zum Meer.
Da kann man dann machen was man will, aber zu aller Erst ab ins Wasser, egal wie kalt oder wie viel Regen; wir waren doch so so lang nicht mehr da.

Irgendwann zusammen einschlafen und mit Sand in den Haaren wieder aufwachen, zusammengekuschelt und verkatert, bereit für den nächsten Anschlag.

So sitzen wir dann zurückgelehnt da, in unserer Couch, die rechte Gesichtshelfte in der rechten Handfläche lehnend, die Wand anstarrend und unseren eigenen Film sehend. Dann freust du dich irgendwann, ein Gesicht dort nicht mehr zu sehen. Vor deinen inneren Augen. Sondern ein anderes. Was ohne eine Fratze dieses ersetzen wird, unersetzbare wir.

 

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