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Körperlos gehst du auf die Reise, dieses Mal möchtest du nicht verletzt werden. Du bist präpariert, hast all deine Nadeln, die Zigaretten, den Alkohol und die schlechten Hoffnungen in deine Jackentasche verpackt, da wo sie keiner erahnt und keiner finden kann. Der zahnlose Taxifahrer, der viel zu teure Eintritt und die Achselnässe der nervösen Welt lassen dich kalt, also hast du dir was warmes angezogen. Es ist soweit, dass es dir egal ist, du sitzt in der Lounge und die Sicherheit tropft an dir ab, wie die Blicke und die Erwartungen.
Niemals hast du gehofft hier nochmal zu sitzen, und jetzt scheint es beinahe so etwas wie Zuhause geworden zu sein. Der zähe Regen wird undurchsichtig, die Seiten der Bücher werden gilb und in dir schlummert die Angst, dass all dieser verdammte Scheiß nur zu ertragen ist, wenn Liebe im Spiel ist.

Angezogen, die kaputten Schuhe, die wir so lieben. Die Jeans, die niemals sitzen wird. Und die Brille mit den Kratzern aber den besten Geschichten. Bereit nichts zu erleben, endlich mal die Leere. Genau darauf hast du dein ganzes Leben gewartet und bist es satt mit deinen Gedanken verwandt zu sein, sie taugen ja doch zu nichts.

Der Aufbruch hat zehn Jahre lang nur drei Sekunden gedauert, wer hätte das gedacht.
Wieso warnt einen eigentlich niemand vor dem guten Leben grübelst du noch, während du den zu vertrauten Raum verlässt, nichts killt einen wie das gute Leben. Mit dem schlechten lernt man schon umzugehen, das gute ist das, was dir das Rückrad bricht und warum so viele schöne Gesichter nicht wissen, warum sie denn jetzt eigentlich schön sind. Die Gedichte schreien davon, aber wissen nichts weiter.

Der größte Segen ist nichts zu erwarten. All die Bilder die da hängen erzählen eine andere Geschichte, singen andere Lieder und auch der Geruch ist anders geworden, obwohl sie nicht einmal was neues gesehen haben.

Diese fremden Lacher die dir nichts mehr eingebracht haben als Verwunderung und noch mehr Mundgeruch. Nicht das Alt-Werden ist so schlimm, sondern das langsame sterben. Die vielen trostlosen Augen, schlechten Anekdoten und langweilige Kostüme. Sie sehen aus wie von einer Puppe auf die nächste gespannt. Nicht wie eine Haut sondern eine billige Ausrede, für die viel zu viel Geld und noch mehr Zeit ausgegeben wurde.

Und schon wieder sehen wir, nichts ist wie es scheint, das ganze Zucken und die vielen Gedanken waren umsonst, niemand interessiert sich dafür, niemand will es wissen, und wenn versteht es keiner. Den Ausblick genießen ist in deinem versteinerten Gesicht so gut wie unmöglich, verstehst du doch nicht was du siehst. Nichtmal weißt du worüber du jammerst.

Drei Häuserblocks weiter versinkt ein kleiner Junge in einem Gulli, er hat versucht eine Antwort zu finden. Er lacht und freut sich. Dahinter seine Freunde, die ganze Sippe der Fetzenbehangenen Traumlosen. Sie spielen Ball, der inzwischen versoffene Junge hat das nicht gewollt also hat er Gedichte gegessen, Balloons die Freiheit geschenkt, Hunden das Sprechen beigebracht und verlernt älter zu werden. Er kann toll Handstand, bemerkenswert runde Purzelbäume, die Namen der alten Damen in den Parks und ein paar der fies-aussehenden Mafioso. Neuerdings hat er auch immer Geld.

Und nur, weil du es nicht verstehst, dich umdrehst und zurückkehrst zu dem, was du kennst, wirst du nicht anders. Niemals. Wir sind zerfressen von Angst. Du bist es. Also heißt es Festhalten, nicht loslassen, dabei ist alles was uns bleibt das Jetzt. Und wo sind sie hin, die Geschichtenerzähler?
Sie sind weiter gezogen.
Blicken sie sich um?
Na klar, aber du wirst nur ein weiteres Foto sein, und obwohl du dich nicht änderst wirst du anders aussehen. Garantiert. Ob es dir passt oder nicht. Sogar auf den Fotos. jeanette_alejandro_brooklyn_1978_By_mary_ellen_mark

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