Wir ziehen den Hut und verneigen uns ganz tief. Das hier muss jetzt wichtig sein, ganz wichtig, also alle Konzentration auf die Anstrengung gerichtet. Fassungslos beeindruckt schauen wir zu wie alles passiert. Es rast vorbei, ungreifbar und doch so nahe, das Große. Direkt da, vor unseren Augen. Es ist riesig, beeindruckend, laut und wunderschön. Die Menschenmenge gibt einen lauten Applaus von sich, deine Hände beginnen mit zu tanzen. Klatsch. Klatsch klatsch.

Tränen werden trocknen, Lacher verhallen und deine Hände werden irgendwann auch diese weisen Falten bekommen. Einst stark, dann wieder schwach, erst wichtig, dann wieder egal. Dabei gewesen, und verpasst.

Wie immer, auf Dauerschleife, ist es nicht „das“ von dem alle reden. Immer etwas anderes. Nur du hast langsam die Schnauze so voll. Auf zu wenige Fragen bekommst du ständig Antworten, eine besser als die nächste. Dann schwimmst du wieder, paddelst wie verrückt, siehst die schlauen Gesichter und nichts von all dem, was sie sagten, ist wahr. Halb versoffen und total durchnässt suchst du dann mit aufgescheuerten Knien deinen Weg, ignorierst immer mehr die Lacher, sie klingen wie Regen, und ruhst dich erst mal aus.

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Was wäre, in 200 Jahren, denkst du bei dir, in 200 Jahren, wenn die Dinosaurier wieder kämen und würden sich ein Bild davon machen, was ihr Ableben hinterlassen hätte. Sie würden sich totlachen. Und auf einen weiteren Meteoritenschauer warten.

Wir packen also alles voll, mit Tun & Machen, Stillsitzen & Durchhalten, die Anderen und Dabeiseinistalles. Liegen dann auf der Kaltschaummatratze und starren mit pochenden Schläfen ein Loch in die weiße Zimmerdecke. Befremdlich das Schnaufen neben uns. Viel zu laute Gedanken, sie lassen uns schlecht einschlafen in diesen Tagen. Zorn und Groll ist verpufft, geblieben ist gähnende Leere und das Gefühl, dass mehr sein muss. Irgendwie egal, aber auch die letzte Chance. Keinen kümmerts, aber jeder wills wissen.

 

Also berappeln wir uns wieder, sind uns selbst die treuesten Begleiter, lernen weiterhin mit schlechten Neuigkeiten zu heiteren Momenten im Kreis zu tanzen, hilft ja alles nix. Dieser eine Tag, diese vielen Momente. dieses eine Mal, diese paar Worte, dieser eine Weg, dieser Eindruck und das gute Gefühl. Dieser Arm um unsere Schultern, die eingeräumte Zeit, die viele Geduld, das Einhalten und ausmalen. Dieses paar mal drüber gesprochen, all die fehlenden Erklärungen, das schmunzelnde „jeder muss selbst zusehen“ und der beruhigende Gedanke, am Ende, ja am Ende ist eben immer Schluss.

 

Es wird Zeit.
Zeit dass du wieder tanzt.

Viel zu lang scheint es her.
Es ist wieder so weit.
Dass du lachst.
Zu lange hast du gezögert.

Erneut- wage es. Wage etwas.
Das Aussetzen eines Herzschlages, das Verpassen eines Takts.

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