Getrieben von Nichts in der Hoffnung auf alles versuchst du mit zitternden Händen und schwachen Fingern den Stift zu halten.
Du weisst genau was du sagen willst, niemals hast du es so klar gefühlt, aber dir fehlen die Worte, die Miene stammelt, die Linien sind unklar, der Sinn ging mit dem Vorsatz verloren.

Du hast keine Lust mehr, dazu zu gehören, zu den Zweiflern, den Fragern, es reicht, ist genug, so viele Antworten wolltest du nie haben.
Du sitzt daneben, die wachen Augen des Gegenüber plappern fleissig, Wort um Wort, Zeile, Absatz, nur den Punkt scheint er vergessen.

Du bist nun, mal wieder, in dieser anderen Welt, tauchst ein, hast den Sauerstoff vergessen, willst wissen, wie ein Süchtiger. Du fragst, schaust, lernst, aber vergisst- deine eigene Geschichte. Keiner fragt. Alle erzählen.
Also sitzt du da, mit den klapprigen Fingern, die alles so genau wissen, aber nicht sicher sind, was sie sagen sollen.

Alles scheint gesagt, und trotzdem reden die Münder. Erzählen von Vorgestern, lachen mit Schaum vor dem Mund, fressen ihr teures Essen und tun so, als wäre das alles, das Ganze, das Viele das ihre. Aber zwei Stunden später gehen ihnen schon die pfiffigen Anekdoten über alles aus, sie wollen nach Hause, ein Internetdate oder irgendwas mit Fussball.

Also willst du schreiben, willst erzählen was sowieso alle schon wissen und keinen interessiert wenn sie es nicht selbst erzählen.
Und nebenbei lächelst du und denkst- wie wäre es eigentlich, wenn wir körperlos wären und, so als Gas, nichtmehr dieses fleischige an einem Ort existieren hätten. Wie laut es denn wäre?

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