Da geht sie, die viele, so viele Zeit.
Sie war riesig. So riesig, dass sie gigantisch war. Sie war für immer. Für ewig. Diese viele Zeit.Immer war sie jetzt. Und sie wird es immer bleiben, niemals morgen werden. Du hast schon lange, so lange keine Lust mehr auf solche pseudoabstrakten Denken. Der Pragmatismus hat sich bei dir breit gemacht. Das viele Jetzt hat dem noch viel mehr war einmal Platz gemacht, im Vergleich wirkt das Vergangene übermächtig. Niemals wird die Zukunft auch nur den Hauch einer Chance bekommen, dagegen anzukommen. Nie. Und niemals bedeutet niemals. Vernichtenderweise.

Gelacht wurde so viel. Erfüllten Sex- selten. Bewunderung wurde en massé gegeben, verschenkt quasi, bekommen nur in Augenblicken, nicht länger als fünf, vielleicht auch siebzig Wimpernschläge, aber dann schnell weg, bevor es jemand wagt.

no_surfing_today
Wenn du erzählst darf man nicht weinen, das hast du verboten. Geweint wird nicht, kein Held weint, aber wer will schon ein Held sein?
Diese verdammte Zeit. Wenn sie einem nicht im Nacken sitzt, rennt sie einem vor der Nase weg. Wenn man sie genießt, scheint es, als gäbe es niemals genug davon. Und wenn man aufhört zu denken, ist sie hinfort. Der geistige Schwebezustand ist zeitlos, genau wie der Tod. Nur das Leben hat was mit Zeit zu tun. Der Tod kann nicht rechnen. Wenn er da ist, ist er für immer, und das für alle, ist er fort, gilt selbiges. Gönnt er sich eine Pause, bei dir, oder eben mir, dann rechnen wir und werden verrückt, und betrinken uns.
„Hab keine Angst“ flüsterst du, „die meiste Zeit wirst du mit ihm verbringen mein Schatz. Aber in der Zwischenzeit- genieße die Zwischenzeit. All das Ärgern bringt nichts. Es kümmert ja doch keinen.“

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