Deine eingefallenen Backen, dein zurückgeschobener Kiefer, dein Bellen wenn du redest, die miserable Rasur, kein Bart, keine richtige Haut, dieser fast-Style und das viele Gerede. Oder vor allem das viele Gerede, das Gelaufe, nebeneinander Gestehe, Geatme, rein und wieder rein die Luft, dann erst aus, weiter Gelaufe, Augen gucken heftig engangiert die Umgebung nach Input ab, sehen nichts, also kommen wieder die athletischen Lippen zum Einsatz, zum Vollsten, bis zur nicht-Vollendung, warum haben wir uns nur getroffen.

Hin und wieder vertreibst du dich selbst, anstatt irgendeine Form von Einsamkeit, Beweihräucherung hast du persönlich aus der Katholischen Kirche in den Mainstream verbannt, machst heute Youtube Clips darüber und schnell noch ein How-To bei einer Frageseite im http hoch geladen. Wenn du in den Wald schreist, dann willst du Echo, so viel wie’s geht. Gibs ihm. Gibs ihm. Hart und herrlich, Beat für Beat, lasst sein Bauchfell vibrieren, er tanzt Zungentango dazu, wenn die Bäckchen ihren Einfallszustand verändern.

Studio, mit Fitness drin, perlt an dir ab, obwohl du manchmal sogar rein gehst, aber mehr Rein als Gehen, mehr Stehen als Machen, vielleicht finden die fleißigen Augen was neues, Input rein, Bäckchen auf und zu.
In der Welt, der kleinen, wie es scheint, jedes noch so irre Wunder schon einmal bewichst- du Charmeur- so viel schon betreten und um keinen Kommentar verlegen. One way in deiner Birne, Scheuklappen mit den solidesten Argumenten, schneller Zunge und wenig Contenance.

Wenn du ein „verschlossenes Buch“ vor dir hast, dann hier ein kleiner Tipp am Rande: ‚lern lesen. Beginnt bei Buchstaben, weitet sich über ein ganzes Alphabet, und glaube mir, es gibt die Absonderlichsten, führt über Grammatik -sorry, wird auch ständig überarbeitet- bis hin zum Wortstamm mit Ausnahmefällen.
Niemand sagt oder fragt, ob der, die oder gar das bereit ist, oder vielleicht auch sind. Aber. Aber aber aber.

Wenn man tief genug gräbt, findet sich in jeder Tiefe ein Nugget. Oder gar ein Diamant. Aber verbrenn‘ dir nicht die Pfoten, da unten wird’s heiß.

Immer wieder, fort und fort, da wird gestolpert, man bekommt vor lauter Pein knallrote Bäckchen, wir vergessen über uns selbst zu lachen und denken auf einmal über Dinge nach, die so was von ad acta waren.
Sinn- und zweckentfremdetes Leben, dass erst zu einem wird, wenn man eines daraus macht. Und dann kommen wieder allerlei Gestalten aus Ecken hervor wie klebrige Schatten und haben so viel Wissen, dessen sie sicher sind, dass es auf das neu Gewonnene zutreffen.
Jedoch. Aber. Manchmal ist ein beherzter Schluck aus dieser Flasche weit mehr als nur die weiseste Entscheidung des gesamten Abends, sondern all das, was deine Gedanken zum tanzen bringt. Und du hast es geliebt, das Tanzen, früher, das ist gemeinhin bekannt. Wie Skifahren. Du verlernst es nie.

Dein schnelles Leben zischt an dir vorbei, wie ein Zombie auf einem Skateboard verlierst du immer mehr an Gesicht, um so mehr und lauter und schneller du redest, fährst, bist, sein möchtest, dabei, immer dabei, dabei dabei dabei, wer nicht wagt verliert, schon klar, aber wer immer dabei ist bekommt nie einen Überblick.
Es ist ein Rätsel was dich treibt, wenn etwas nicht nach deinem Bestdünken läuft, läuft es falsch, fertig aus, wir könnten auch ein Pärchen sein, so toll haben wir gestritten, dabei sind wir noch nicht mal gute Bekannte. Eine herzerwärmende, tiefbedrückende, vor schwerem Schicksal triefende Geschichte, ach so einzigartig, schau, sagst du, hier mein Mittagessen, hier ein Bild, schau dort, ich habe auch ein Bild an meiner Wand hängen, und ach schau, hier ebenso.

Im Abendwind tanzten meine Haare, die sich von der Frisur gelöst hatten, um ein wenig ihre starren Glieder in Bewegung zu bekommen. Wer konnte es ihnen verübeln.

 

 

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