Da sickert sie hinfort, deine stumpfe Selbstsicherheit. So aufgesetzt wie eingelaufene Klamotten und du warst so überzeugend. Deine sabbernden Lefzen haben so mächtig gebellt, dass niemand dachte, da wäre jemals eine Schranke vor zu bauen. Was für uns ein Unwetter war, einen umgehauen und aus den Latschen hat kippen lassen, war für dich nicht mehr wert als ein müdes, sachliches Lächeln, unverstanden, und eine Handbewegung, alles weg hinter deine rechte Schulter. Probleme? No Problemo!
Irgendwie waren wir doppelt platt, alle zusammen, dich so zu sehen. Abschiede gehen bis auf Insekten wohl allen Nahe. Da tat es gut jemanden zu wissen, der wie in einer emotionalen Bürokratiemaschine alles minutiös abarbeitete. Kurz geschluckt, Datum oben rechts nicht vergessen, und zack, nächste Akte.

Deine Augen sind auf einmal gefüllt vor Suche. Als hätte man dir den Berg unterm Haus weg gezogen und du würdest zum ersten Mal in deinem Leben nicht die Aussicht genießen, sondern dich fragen, wo um alles in der Welt du bist und wie zum Teufel du auf diese Berge hochkommen sollst.
Disziplin wurde dir in die Wiege gelegt, doch nicht das Chaos. Im Chaos macht auch der klügste Ratschlag und best gemeinteste Kommentar nicht viel Sinn, denn jeder hat sein eigenes.

Aus der Bahn geworfen tranken wir. Dein Blick war gleichsam fragend, wundernd wie leer, wo er immer klar, wissend und schlau gewesen war. Kein Ratschlag, nur unsere Loyalität konnten wir dir anbieten.
Nein, Melancholie taugt wirklich wenig, aber wenn du Humor hast, an einem fremden Ort, unter fremden Gesichtern und mit nichts ausser dir selbst, dann ist Heiterkeit die höchste Kunst.

Es hatte uns überrascht, dich so zu sehen. Und irgendwie auch Kraft gegeben. Jetzt warst du kein Gott mehr. Du warst zum Menschen geworden. Willkommen in unseren Reihen, fernab von allem, was Sicherheit verspricht findest du Vertrauen.

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