Das Herz tapfer in der Linken haltend, dein Bizeps zum platzen angespannt, läufst du über die nasse Straße Barfuß genau da runter, über die Brücke, auf der du als junges Ding schwimmen lerntest. Du hast immer so viel gelacht, dass du ermahnt wurdest, weniger zu lachen, warst frech und hast, ohne böse Absichten provoziert; im Guten.

Du konntest einen Köpfer aus vier Meter, kanntest die Untiefen der Flusstelle unter der Brücke, ohne zu wissen was ‚Untiefe‘ eigentlich bedeutet.
Nichts hast du erwartet, und warst dankbar für alles, was mit Geschwindigkeit, Güte, Leichtsinn und Schabernack zu tun hatte.

Da überquerst du die Brücke und die Bilder kommen zurück.
Dass sich alles ändert, dass hast du schon geahnt, irgendwo zwischen deinen Videowänden, Kurzgeschichten, Anekdoten von Reisenden und den schwarzen wie weissen Festen, auf den beiden geweint und heftig geschmückt wurde.

Heute kannst du Chello spielen, dafür aber kein Fußball mehr. Kannst mitsingen, hast aber aufgehört selbst zu dichten und komponieren, zu häufig haben alle an dir gezweifelt, zu wenige geglaubt.
Und dennoch.
Des Kampfes bist du müde geworden, nur um ausgeschlafen frisch gewappnet zu sein, mit Kraft für mehr, Willen zu weiter, und Ideen für so viele, die du nie im Leben alle kennenlernen kannst.

Piraten von damals beraten heute, völlig überbezahlt, Unternehmen, um dir im Anschluss bei Cider und Folk zu gestehen, dass sie hoffen, dass alles gut geht, sie wüssten nicht so richtig was die täten. Und du musst lächeln und denkst: alles irgendwie doch wie früher.
Nur wird jetzt scharf geschossen, getroffen, muss verheilen und Bekentnisse sind nicht mehr wie früher für immer, sondern bis sich halt was anderes ergibt, es muss ja schließlich weiter gehen, und schuldig ist am Ende keiner.
Erklärt das ihrem Herzen. Dort, auf der Brücke.

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