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Und dann suchen wir doch wieder.

Hatten das Schöne vor der Nase, vor dem Gesicht, hatten eine Flasche Rotwein, dieses Mal einen guten, eine Nacht, die hätte nicht enden sollen, geleert und waren auf der sicheren Seite.
Zu dem wichtigen Gesprächen geht man am besten un-vor-bereitet, und trotz des Schlafmangels verhieß es etwas…ganz Großes.

Leuchtende Augen soll und kann man nicht zum Schweigen bringen, es gibt nichts, was gemeiner wäre. Sie haben geleuchtet, es sind die vielen kleinen Momente, die alles verändern, erzählten wir uns später.
Trommelnd auf Pappbechern saßen wir an der Straße, die Nacht wurde schleichend zum Tage, Trommel, Summen und Gesang, fern ab von einem Sammelsurium an sauber, schön und ’so muss es sein‘. Nur für uns, dort sitzend, den Kopf randvoll mit nichts als Unwichtigem, geklatscht, geraucht und im rhythmischen Schweigen verstanden. Denn es wird vorüber gehen, als hätten wir es kommen sehen.

Das Große also. Zu groß, um es sofort zu erkennen, und wie bei allem Großen, zu erst in die Ecke, die keine ist, verbannt und hämisch beäugt. Da war es, randvoll mit prächtigen Kleinigkeiten, große Augen und den größten, unvorstellbarsten aller Erwartungen. Warum nur macht man so viel falsch, gerade, wenn man im Begriff ist, so viel richtig zu machen?
Und es war schön und es ging schnell. Keiner konnte sich daran festhalten, keine Bremse, kein Gas, einfach nur ein ‚es passiert‘ bis es eben vorbei ist.

Und wir halten uns fest, an all diesem. Und dann suchen wir doch wieder.

Und es gibt kein Zurück, und wenn ‚wär es fatal, nichts bleibt wie es ist, dann wäre die Magie eine Erfindung und jeder könnte der wollte, aber keiner müsste der sollte. Also lassen wir es stehen, einfach so, mitten auf den Wegen, wird sich schon irgendwer bereit dazu erklären, es besser zu machen, als wir es hätten jemals machen können. Wir schließen dann die Augen, atmen diese Luft, erinnern uns an gar nichts, und schweben davon. In ein neues Jahrhundert, früher oder später, für kurz oder für lang, für wen ist doch egal. Und da werden wir dann bleiben, egal wer danach fragt, das wird es dann halt sein, als hätten wir’s geahnt.

Niemand ‚kanns uns sagen, deshalb haben wir längst aufgehört zu fragen, aber angefangen zu lauschen, egal wo es passiert. Geduld ist keine Tugend, sondern bloße Neugier an dem, was da noch kommt. Also üben wir das Sitzen, Verharren und Schlendern, durch Wälder über Wiesen, Straßen und Parks. Werden zum Besucher unseres eigenen Lebens und suchen nach neuen Perspektiven, um auf genau dieses zu blicken. Eine Rose ist immer eine Rose.

Weil wir es nie schaffen werden, wenn wir ständig darüber grübeln, wie es hätte kommen sollen, anstatt es einfach zu machen. Und einen Scheißdreck auf die verdammten Sprichwörter geben. Und unsere eigenen kreieren.

Als ob ihr es besser gemacht hättet.
Weil man manchmal einfach nicht mehr kann.
Mit all diesen Wohlstandsproblemen. Was die Probleme nicht eliminiert.

Und die ersten Steine fliegen, die ersten Wände brechen, die Ersten werden fallen.
Weil man nicht immer gleich loslassen kann. Und nicht immer perfekt sein kann, und vor allem nicht will. Euer verdammtes Perfekt ist sein verschissener Tod.
Weil wir alle Glück brauchen und so viel mehr Kraft, wenn es nicht kommt, eintritt, zu läuft, da ist, da bleibt und wiederkommt.
Weil jeder es immer irgendwie anders gemacht hätte und jeder bald kotzen muss von den dauernden Konjunktiven.

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