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Rodolfo%20Asin

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Und du bist es so so leid rum zu jammern, wirfst das Selbstmitleid in die Ecke, verscherbelst den Rest über Ebay und gibst einen Feuchten darauf, was die anderen darüber sagen.

Hört ja doch keiner zu da draußen, nicken nur alle aus Gewohnheit. Also schnappst du dir das beste Buch, das du je gelesen hast, einen guten Freund, der es abkann, gehst die ganze Nacht tanzen und wirfst schlaue Zitate umher, kümmerst dich nicht ums Leben, das passiert schon ganz von alleine.

Wirfst all die Pläne für andere über Bord, sie schmieden sie doch wieder ganz anders und wollten im Grunde genommen, tief in ihrem Herzen, nur ein Ohr, oder zwei, deine, offenen, zum Zuhören haben.

Du ertränkst deine überflüssigen Gedanken heute Abend, mal wieder und ganz von vorn, in Cider, Bier und ein wenig Whisky, lauscht der mit dem steigenden Pegel besser werdenden Live-Musik und wippst mit dem linken Fuß zum halbgaren Takt.

Es ist eigentlich ganz okay, denkst du dabei, du zu sein.
Auch wenn du dich laufend beschwerst, und beorderst dir ein weiteres Bier und einen Kurzen.
Die Augen am Nachbartisch beobachten dich, du wirfst ihnen ein Lächeln zu, sollen sie es fangen, oder einfach lassen, was ‚kümmerts dich.

Um so weniger du willst, desto mehr passiert.
Das ist bescheuert und verwundert dich, aber beginnt dich immer weniger zu kümmern. Die Gedanken werden allmählich betrunken, das ist sehr gut.

Und du denkst, so bei dir, der ganze Schrott hier, die abertausenden Pläne, und was ‚bringts, wen ‚kümmerts, wenn in dir die Flamme immer kleiner wird?

Du spielst „finde den Fehler“ mit deinem Nachbar, und er beginnt zu erzählen und schwadronieren. Du lächelst und denkst, ‚du armer Tropf‘, lässt ihn reden und merkst, es wird nicht enden, wenn man nicht aufhört. So weise wenn betrunken, so dumm wenn wieder hinaus aus dieser Tür, diesem kleinen, finstren Paradies der versoffenen Konjunktive.

Nur nicht dieses Mal.
Nicht mehr du, sondern die anderen. Wirklich wahr. Die anderen. Sie reden, du verstehst, aber fühlst nicht mit. Ein Fernsehprogramm am Tresen, live und in Farbe, mit Mundgeruch, lallend und dem Blick starr auf die eigenen Hände, anstatt in dein Gesicht gewendet.

Nur geht dir das eigene Lamentieren auf die nerven, und eigentlich ist doch alles ganz gut so, wie es ist.
Das schwer Rauskommen am Morgen, das schlecht einschlafen am Abend, die verkochten Spagetti deiner besten Freundin und die durchtanzten Nächte mit deinen Kumpels, die zu viel Speed und Extasy nehmen, und du betrunken daneben stehst und denkst: was zur Hölle ist euer Problem.
Die fiesen Türsteher, die hauptsächlich nur stehen, gucken und winken. Stehen, gucken, winken. Und du mit einer Zigarette davor, denkst, heute Abend ‚wär es eigentlich gar nicht so schlecht, dahinten am Ufer zu sitzen, mit euch Nasen, voll Speed, zusammen, und einen Vortrag über Langsamkeit zu halten. Dann müsst ihr nicht den Bässen hinterher tanzen, wie Zombies, die am Ende des Rausches ja doch wieder nicht wissen, was sie mit ihren Geschlechtsteilen anfangen sollen.

Und das alles ist doch furchtbar in Ordnung, der Hedge-Fonds Kumpel, der mit seiner Großmutter in Nigeria auf Safari ist, während man selbst durch die Straßen ‚Paris flaniert und sich nur denkt: Nach Savanne ist mir gerade wirklich nicht.

Alles abschaffen, das Überflüssig ist, denn wer weniger hat, muss auf weniger aufpassen. Und so richtig will ja doch keiner der Freunde, dass auf ihn aufgepasst wird. Und du sitzt so da, auf diesem abgefrantzen, angefressenen Hocker in der verrauchten Kneipe und musst lächeln. Vor lauter Irritation lächelt dein schwadronierender Pub-Kumpel einfach mit. Und hält mal kurz die Klappe.tumblr_l9p5w4H7Y21qzgciso1_500

Und einmal nichts wollen, es ist so schwer, nichts zu wollen, einfach mal nichts.

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