Ein neues Erwachen im Wunderland.
Alice und Ich.
Nussbraune Augen, verschlafene Wimpern daran, die noch träumenden Haare wollen alle nicht aus dem Meer von ganzweitweg aufstehen. Ein frisch gebackener Tag beginnt, die Brötchen werden warm, der Tisch gedeckt mit dem dumpf-beschen Tellern und Tassen, der Kaffee läuft durch die Maschine.

In eine neue Runde rennen wir wie atemlose Junkies dem nächsten Schuss hinterher, schlaff, ausgelaugt und nur das Ziel im Visier. Vergessen für immer mehr Momente die frischen Blumen auf dem Tisch in dem nach Morgen duftenden Zimmer, das träge aber warme Sonnenlicht, das auch vom Herbst überrascht wurde, das Knistern der Zeitung und das leise Lachen des Gegenübers.
Dein müdes Lächeln ist ein Zuhause für sich, auch wenn du gar nicht hier bist, gerade, jetzt, sondern so weit weg, im Auto, in 17 Stockwerken klimatisiertem, vollbezahltem Glück, die Flure ausgelegt mit Marmor der blutenden Berge, die Aussicht geriffelt durch die halbgeöffneten Sonnenblocker, selbst jetzt im Herbst.

Die Decke streift sich von deinem makellosen Körper ab, und wir haben immer nach dem Glück gehungert. Gestritten, gesucht, Vorhänge aus Vorwürfen, weil es leichter ist, jemand anderen die eigene Schuld tragen zu lassen; Lösen wird das nichts.
Nach dem langen, langen Leben kommt der Tod, zu viele Beerdigungen, zu wenige Hochzeiten sind in unserem Leben.

Und dann kam sie, und wir waren immer nur am weiter ‚rum probieren, jeder soll ein Stück vom Kuchen in diesem Gespann hier haben, zwei Köpfe, kein Ziel, dann du im Anzug und ein Träumer daneben. Zusammengerissen und aus der Bahn geflogen, die ganze Nacht Sex, hungrig nach mehr und dabei schon längst übersättigt, hat dieser Moment einfach alles verändert.

Trotzdem und einfach so, fällt die Tür ins Schloss, der Kaffee wird kalt, die Brötchen hart, die Butter zu weich und die Blumen brauchen Wasser.
Von jetzt an für immer, das war der Plan, nur die vielen Unterbrechungen, wer sollte sie kommen sehen?

Und wieder, ein Beweis, so viele Tränen voll Ungläubigkeit, denn der Beweis musste sein, und das Muss, dieses verdammte Müssen, das ist so viel, wird immer mehr, verliert an Romantik und Tiefe, obwohl es nie an Romantik und Tiefe verloren hat.

Der eine der will, der andere der möchte, der eine der wartet und der andere auch. So schnell vergeht keine Zeit und wir fühlten die Schauer, voll Erregung, voll Verzweiflung, voll Lachen und Glück.

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