„Die Romantik ist tot.“
„Abgeschafft, liegen gelassen, vorerst beerdigt, weg. Eine absolut zweckfreie Institution, und weil zweckfrei wurde sie entsorgt. „

Das Lächeln der Monogamie hat sich verzogen, eine offene Beziehung steht außer Debatte, aber nicht außen vor, nur wird eben nicht darüber gesprochen. Nicht offen. Hauptsache offen. Aber nicht offen.

Wir einigen uns auf nichts. Ein festes Abbild macht sich schnell breit, nimmt dann platz auf einem Sessel und betrachtet zynisch das Vorgehen. „Und jetzt?“ stellt sich die Frage.

„Bleib wo du bist, bewege dich keinen Meter, ich muss die Perspektive wechseln, wie du da mit überschlagenen Beinen sitzt und zuschaust. So vis a vis erträgt das kein Mensch mit Sinn und Verstand. “

Aus einer anderen Perspektive sinkt das Schiff ebenso, nur wassert es anders schnell. Es ersäuft, wird ein wenig kämpfen, da auch das Schiff weiß, verdammt, Holz schwimmt doch eigentlich oben. Und es sinkt weiter. Denkt an die Sonnen auf- und Untergänge. An die Fischschwärme, die warmen Brisen, die unverhohlenen Rufe vom Ufer, die stillen Oasen, das glitzernde Wasser aber kann eben auch nicht so einfach vergessen. Die stürmische See, das vergessene Putzen, das brach liegen lassen am Ufer, die langweiligen Fahrten ohne Wind, die Eintönigkeit der Ruhe und die Möwen, die vielen Möwen und ihre Rufe.

„Du stehst außer Frage, genau wie außer Reichweite.“ „Dann tritt halt näher heran.“ „Das würde nichts ändern.“ Dämliches, melodramatisches, sinnloses und plattes Geplänkel in einem schön umsamteten Raum voll Rot, Beige und Brauntöne, gutem, wenn auch schwerem Geruch nach Holz, Vanille und einer längst verzogenen rauchigen Note.
Da ist mehr.
Da ist mehr.

Unausgesprochen, im Blick verheddert, in der Tat gestolpert bleibt stur auf dem Boden liegen.

* Nur die Jugend kann sich so viel Dummheit leisten, und bezahlt am Ende mit dem Alter. Das nennt man wohl Narrenfreiheit. Dumm nur, wer ein Narr bleibt, weil alles so ist, wie es sein soll, aber nicht so, wie es sein kann. *

101Keiner spricht. Nur Beine, Vorhänge, Geruch, Gedanken, ein fertiges Leben auf der einen, ein unfertiges auf der anderen Seite, eigentlich keine Fragen, aber so viele Steine, moralisch und erfunden, bis sie halt ersäuft, die Romantik. Sie hält es im Kopf nicht aus. Wenn Menschen so einen verreckenden Kahn nicht verlassen wollen. Das geht ihr gegen den Strich. Und dann ist auch sie weg. Was zurück bleibt ist alles andere. Fassade und Ausstattung, Wareinmal und Wirdnichtmehr. Mit wie vielen Leben wir jonglieren?  Lasst euch alle Zeit es heraus zu finden denkt sie sich, nimmt sich ein gutes Buch, irgendetwas hochprozentiges, denkt an schmutzige Sachen, muss schmunzeln, versinkt in ihrer eigenen Welt und lässt die anderen eben machen.

Bis sie tot ist. Die Romantik.

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