Nein, das stimmt, einfach ist es selten. Und ja, mit Sicherheit haben wir es oftmals nicht verdient. Oder anders, besser. Oder eben dann nicht so gut. Haben Glück gehabt, sind gerade noch mal so davon gekommen. Oder alles ist schief gelaufen, schon wieder, erneut, warum sollte es denn auch klappen.
Und da kommen die schönsten Gesichter, die interessantesten Lächler, die markantesten Typen von Mensch und jeder, wirklich jeder hat es verdient. Besser, meistens. So wie es ist, selten. Fast nie: schlechter.

Und da stehen wir, noch viel seltener, mit vereinten Kräften, viel eher jeder für sich. Ob nun Seite an Seite und dann trotzdem alleine, bewaffnet mit nichts weiter als dem ollen, in die Jahre gekommenen Mut, sich erneut, nochmal, schon wieder aufzurappeln, heute, dieses Mal, den Glauben nicht zu verlieren. Noch einmal darüber reden, nicht versacken, heute versuchen sich nicht all abendlich falsch verstanden und somit nur halb-zusammen zu fühlen, fast so wie Alleinsein in Gegenwart eines anderen. Mit und durch Liebe, keine Frage, wäre da nicht so viel Loch innerlich, so viel Platz für: so, so unendlich viel mehr.
Gestolpert über Unsicherheiten, Widrigkeiten und ein neues Ich. Das alte war bequem, doch das neue interessiert das nicht. Es scheißt drauf, macht weiter, und das alte muss zusehen, in welche Schublade es sich legen mag, denn da wird es lange, lange Zeit bleiben, wenn es Glück hat mit einem Vorgänger.

Sie lachen, sie wundern, sie reihen sich Arm in Arm mit anderen ein und KLICK, das Foto ist gemacht, Erinnerung geschaffen für die Momente Zuhause am Esstisch, alleine, es wird dunkel draußen, der Tag war halb genutzt und wieso rennt der Abend dahin ohne uns, die wir dort sitzen. Die Alternative erscheint nicht als solche; Zusammen sein, um nicht alleine zu sein. Um daran erinnert zu werden, dass die Zeit abläuft, und man sich bewegen muss, soll, nein muss, wenn man dies das und jenes und überhaupt erleben statt zögern und wer Einhalt gebietet wird der große fette Verlierer sein.

Und dann denkst du nach. Magst ausschlafen, lange, schwere Filme. Magst tief gehende Unterhaltungen bei zu viel Essen und noch mehr zu trinken. Magst laute Musik, nicht festgelegt auf eine Richtung, denn der Weg ist auch hier der der zählt. Magst ein wenig Sport, und magst es nicht: unfreiwillig alleine zu sein und noch schlimmer, das Elend des Übels, dich dabei alleine zu fühlen. Du magst es einen Körper an deinem zu fühlen. Magst komplizierte Umstände, obwohl du es dir nicht so richtig eingestehen willst. Bist begeistert, jedes Mal wieder, was die Natur so kann, von Wolkenbildern, über Blitz und Hagel, zu Blumen und Frühling, hin zu Sommer und Schneebergen. Bist verzückt von alltäglichen Herrlichkeiten, verblüfft von wunderschönen Zufälligkeiten, und Hin und Weg, ganz gelegentlich, auch von dir selbst, und was für Gefühle in dir empor kommen, ungeahnt und so wunderbar.
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Die vielen Gesichter. Lachend. Lächelnd. Schmunzelt. Um uns herum. Das viele Leben. Die vielen Körper, das viele Wissen und die unendlichen Geschichten, die weit mehr als alle Bibliotheken dieser Welt füllen.
Und da sitzt man, wieder nur blickend, weiß dass man kaum was begreift um die paar Momente abzugrasen, vom Dabeigewesensein und zu wissen, eine Wiederholung, und das ist auch gut, wird es nicht geben. Um zu sehen, dass es so viele Hier gibt und so selten ein vollkommen anders. Allein bleibt allein, ist aber lang nicht einsam. Und dann doch wieder einsam, egal ob alleine, oder vielleicht zu zweit, mit einem Hilfeschrei in sich hinein. Aus Angst, was, wenn es nie jemand begreift. So gern hätte man es auch mal erlebt. Wie auf den Fotos. In die man immer hineindenkt, sie wären so toll wie das Lächeln, dass sie zeigen.

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