Du wachst auf, nach einer Nacht, kurz oder lang. Dein C‘est la vié trifft auf tauben Verstand der nuschelnd flüstert, irgendwie scheint noch alles gut.
Orientierungsfrei bist du fleißig auf der Suche nach Ortung, die komplette Rekapitulation bis kurz vor dem Einschlafen hilft wie immer nicht besonders weiter. Deine Hose ist geschlossen, dass ist ein erstes extrem gutes Zeichen. Überhaupt scheinst du bekleidet, was ein weiteres Aufatmen zu Folge hat.

Guten Morgen ihr Träumer, ein Hallo ins Paradies des unvorstellbaren. Wacht auf ihr Prinzen von morgen, Könige von heute, Piraten der Schwachen mit Herz und Verstand. Wachet auf.

Ein neuer Trick. Augen zu, halten, dabei bleiben, nicht bewegen, still, ganz still.
Von weit entfernt bis endlich ganz nah dran, und dann kann es los gehen, jetzt, endlich da, endlich unter vielen das Gesicht verlieren, wie alle anderen auch. Sich einfach ein anderes Lachen auflegen, eine weitere Scheibe, ein anderes holen, zu dem eigenen neuen, und zu zweit versinken in der anderen Welt. Nichts außer bunt, noise, mehr und viel, Staub in den Augen und immer in Bewegung.
Angekommen ist die Mode alles, selbst nichts. Über lila Beine, zu Tanktop an Männern, die Utopie wird zur einzig verträglichen Wirklichkeit, das Einzige was jetzt noch verdaulich ist.

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Die alten Träume, die so schwer wiegen, über Bord, nur für jetzt. Die neuen, schnellen, leichten, einfachen, schnell zu haben, wenig zu verlieren, nichts zu versäumen und schnell zu ersetzenden. Einwegträume. Wegwerfwolkenschlösser. Tunichtguttaugenichtse werden zu Sekundensuperhelden eine zahnlosen Sphäre von Gedeih und Verderb, weil keiner auch nur daran gedacht hat einen Pfennig darauf zu verschwenden, mehr als dem schnellen Glitzer nachzugeben. Das kurze High als das Ultimative non-Limit mit garantiertem Zementerwachen und Platzwunden. Doch uns, neihein, uns wird der Zement erspart bleiben. Wir sind anders.

Da trainierst du, das Wunderland des Allesistmöglich und es geht noch mehr hat endlich auch bei dir Einzug erhalten, es ist da wie ein nimmersatter MDMA Trip tritt das alles über deine Türschwelle und lässt dir nur das aller, aller schönste und beste der Gefühle da, das höchste.

Kurz nicht aufgepasst. Nur ganz kurz. Besoffen, kotzübel, alles drehend begreifst du und versuchst den scheiß Gedanken irgendwie zwischen den Gummifingerchen fest zu halten.
Nur fest. Nicht mal durchhalten. Nur fest. Wirklich. Nur, nur fest.

Oder halt weiter. Wieder. Dahin. Wo die Lichter ein besseres Gestern verheißen im warmen, blinkenden Mantel der berechenbaren Veränderung. In denen man einmal so sein kann wie man ist, wer man ist. Die nicht urteilen, nicht fragen, nur rhythmisch immer weiter pochen bis alles verschwommen bleibt und selbst die Genitalien nur noch Mittel zum Zweck sind. The next high.

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