Diese Frage. Eine Frage. Gestellt, in den Raum hinein, traurigen Blickes. Da steht sie nun. Und blickt sich um. Weder gut noch schlecht. Einfach da. Um so nackter, je länger sie beäugt wird. Scham und Verwunderung macht sich breit, nicht nur bei der Frage. Auch bei der Person, die jetzt eine so einfache Antwort geben soll, und der Frage damit etwas zu anziehen, hinsetzen, wohlfühlen, ausatmen. Denn so schwer kann das doch alles nicht sein.
Das Grübeln, vielleicht auch ein wenig Nachdenken, lässt Sorgen und Melancholie, vielleicht auch ein wenig Traurigkeit den Weg frei. Die ansonsten so fröhlichen Gesichtszüge werden besorgt. Das macht noch trauriger.
Die Sonne als direkter Kontrast dazu. Das viele Gold, die Sonnenunterganggetunken Blätter dort vor dem Fenster, alle sind so fröhlich. Sie streicheln die Laune, nehmen sie in den Arm, mit einer Decke um die Schultern gelegt, damit sie nicht friert.
Dennoch. Die Frage steht dort, der Blick ist traurig, das Grübelnddenken findet kein Ende.
tumblr_kwuyo2i4Nl1qz6s1qo1_500Der Duft des warmen Kaffees, der Duft der warmen Brötchen, das viele Lachen, das viele Lächeln, das viele Beieinander, das viele Verstehen, das viele akzeptieren wie es ist aber das Beste daraus machen, all das und diese Frage.
Keine schwere. Nicht mal um die Ecke, nicht kompliziert. Nicht mal persönlich. Und dennoch keine Antwort.
108_do-wild-thing-blogspot-com

Eigentlich sollte doch alles so aufregend sein. Wilde, sich überschlagende Küsse. Keine Geschlechtskrankheiten. Stotterfreie, wie geleckte charmant verpackte Aussagen über den Gegenüber. Die richtigen Berührungen, bei dezentem Licht, an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit. Kein überflüssiges Schnaufen. Keine störenden Gedanken. Kein voller Magen. Kein nichts. Weiser Sex, heißer Sex, fließender Sex, wunderschöner Sex, atemberaubender Sex, fragenfreier Sex, Sex, einfach nur SEX.
Eigentlich sollte. Blindes Verstehen, Aufwachen mit den richtigen Worten die über die Lippen gleiten, der Kopf frei von Miststücken an Gedanken. Weg mit denen. Der eigenen Erfahrung trauen, sie bringen nichts. Und dann liegt man da. Alles perfekt. Alles. Das Bett ist gemütlich. Der Schlaf war tief. Und weiß nichts. Der Kopf ist leer. Bis auf die altvertrauten Störenfriede.
Verstecken geht eine Zeit lang gut. Bis jemandem mal nicht alles an einem selbst egal ist. Und dann stehen wir da. Und wissen nicht wohin mit dem bisherigen Schutz. Der nicht mehr funktioniert, jetzt und hier.

tumblr_kw637xOMf41qzqsmno1_400

Antworten, da wo mal welche waren. Was, wenn das andere Gesicht nicht gemocht wird. Man es selbst aber furchtbar gern hat?
Antworten, die dort mal waren, auf einen selbst. Und sich unfassbar gut angefühlt haben. Die man zurück möchte. Jetzt und hier. Auf das Alles und Selbst und Man und Wir, für das Vertrauen, das alte, und die Hoffnung, die neue, die Geschichten, die vielen, die Lieder, die guten, die Phrasen, die besten, die Freunde, die vielen, und all das was jetzt ist und später so schön sich allein, auf einem warmen Teppich, mit einem warmen Getränk, an einem verregneten Tag schmunzeln lässt: war doch ganz geil bisher.
tumblr_lhlswazRxt1qa7whxo1_500
Ohne dass die Melancholie einen Strich dadurch macht, nein, sie ist ein Begleiter, einer. Eben nur einer.

Welche Farbe hat Vertrauen? Wie groß ist es, Junge oder Mädchen? Lacht es viel, hat es Unsinn im Kopf? Ist es wundersam frech, klug, und verzückt Herzen? Wie unschuldig ist es? Wie oft kann man gemein zu ihm sein, bis es sich nur noch selten meldet? Wenn es groß wird, weiß es wohin es möchte? Bleibt es sich selbst treu? Hat es viele Freunde, oder nur ein paar wenige? Was macht es gern, schläft es lange?

Advertisements