Ein Brief entgegen der Gelassenheit.

Liebe Du,
Obwohl wir dich mögen wollten, es wirklich versucht haben, hat es nichts geholfen.

 

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Was so wenige schaffen, das schaffst du mit links. Für 2000 Meter brauchst du genau einen Atemzug, und schon bist du da. Du schaffst das, was den wenigsten gelingt, aber dafür bewundere ich dich nicht.
Die Bewunderung, oder das, was du dafür hältst, ist hinhalten, aushalten, durchhalten. Wenn du mit irgendwas den Raum erhellst, dann mit dem Feuer der Kerze, die du vergessen hast auszublasen. Wenn du jemanden zum lachen bringst, dann aus purer Verzweiflung. Du bist der perfekte Grund, nicht wieder zu kehren, sich Höflichkeit abzugewöhnen, die Liebe aus dem Emotionsschatz zu streichen und im Equilibrium zu leben. Für alle guten Dinge findest du ruck zuck ein schlechtes, ist jemand glücklich, soll er die Fresse halten, ist jemand traurig, soll er leise weinen, in einer Beziehung, bitte trotzdem alleine bleiben, schlecht drauf, bitte nicht so nerven, erfolgreich, bitte weniger prahlen, erfolglos, unbedingt weniger fluchen… du bist die Narbe auf der Eichel, die Zyste in der Muschi, das Furunkel am Arsch. Aussehen allein könnte niemals so hässlich machen, wie du bist. Du bist abartig. Du bekommst in deiner Abwesenheit die ganze Aufmerksamkeit von Menschen, die dich nicht mögen, aber nicht wissen warum. Doch es ist so einfach, und genau das ist so erschreckend. Weil du du bist.

Trotzdem verzeihen wir dir, denn du kannst wahrscheinlich nichts dafür. Aber eben auch nichts dagegen. Schade, dass es Menschen wie dich gibt. Schade.

Adiö,

Deine Wir

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