bronwen-meredith-3

Verstehe es einfach. Die anderen haben Recht. Basta.
Schlucke es. Keine Fragen, keine Begründungen, kein direktes Gespräch, keine aufmerksames „hey, jeder macht mal was verkehrt“.
Es ist eben so. Friss oder stirb.

Und dann wundert sich Luise, dass ihr Nacken gerade den Dienst, den einzigen den er hat, vernachlässigt. Ihr Kopf hängt, ihre Gedanken wandern, ohne Ziel und Zweck, einfach nur umher. Wie so oft kommt dabei nicht Gutes bei raus. Licht aus Vorurteilen linst durch den trägen Nebel der Gedanken durch und macht die sowieso schon müde Sonne etwas blasser.
Erst voll Elan, dann keine Lust mehr auf die unpersönlichen Leistungspseudoeliten.
So richtig weiß Luise nicht, wie sich sich hinstellen soll weil ihr nicht klar ist, wie die anderen denken, dass es am besten wäre, dass man sich hinzustellen hat. Und wenn es dann unbequem ist, denkt sich Luise. Wem ist damit geholfen? Und vor allem: worum geht es eigentlich im korrekt dastehen, bei dem niemand so recht weiß, warum das, und nur das, eigentlich korrekt ist?

Der Kopf grübelt und Luise will so viel aber all das hat leider nichts damit zu tun, dass sie sich wertvoll fühlt. Wenn sie wertvoll sein möchte, das weiß Luise, muss sie richtig stehen lernen. Keine Zweifel. Wenn Lusie schimpft, dann ist Luise raus. Hübsche Schuhe und Gesicht hin oder her. Stehe.

Luise versinkt abermals in Gedankenstrudeln die gut zu ihr sind. Da muss sie nicht stehen, sondern kann, wenn sie möchte, laufen, wohin sie gern möchte. Mit Sicherheit nicht ohne dabei verletzt zu werden, aber ohne die Befehle, die sie sowieso nicht versteht. Ohne die vielen Zeigefinger mit den sabbernden Lefzen, ihrem lauten Bellen und geübtem Knurren.

Nur machen sie Luise keine Angst mehr.
Sie stören.
Beim Laufen.

 

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