Auf einen schönen Tag, eine schöne Zeit, da freust du dich, hast du immer gesagt. Da planst du alles, die Berge von Arbeit, weg zu arbeiten, planst hier und da alles zurecht, dabei bist du, sagst du auch immer wieder, gar kein Plangeist. Planen macht dich gedanklich kahl, ist mies für alles kreative und folgt den stupidesten Gesetzen einer Reisegesellschaft: Pünktlich, sogar ein halbes Jahr vor Abflug. Legst dir alles zurecht, sortierst aus, weißt, da, am Ende, da ist noch Zeit für allerlei. Und dann kommt sie, und man sieht es in deinen Augen wenn man dich schon etwas länger kennt, trotz der Müdigkeit, dein Bestes zu geben und es nebenher noch allen so recht wie möglich zu machen, man sieht es auch an deinem Lachen, das nicht mehr ganz so hell ist, dann kommt sie und ist da, diese Zeit. Diese magische, so unglaublich endliche Zeit. Und du stehst dann davor, sagst du, und bist einfach: wenig du selbst. Was du dann machen sollst, es ist doch genau diese Zeit und sie soll jetzt bitte auch sein. Alles andere, das davor, hat doch auch irgendwie, und sogar recht gut, war alles mehr Mittel zum Zweck, um nun hier zu stehen und los zu legen mit- du weißt es auch nicht so genau, aber es soll fantastisch werden.

Deine stotternden Blicke verraten rasende Gedanken hinter deiner Stirn, dein etwas müderes Lachen betäuben sie und deine Fürsorge bügelt den Rest an Zweifeln glatt…für alle anderen. Du weißt es besser, kannst es aber nicht, sagst du, siehst in meine Richtung, und bist etwas traurig. Dabei bist du ein Weltenbeobachter, ein Frühlingsmensch, so gern fernab von normal, mal hier und dann wieder dort, nie eines Spruches verlegen, ungestüm und frech. Doch dein Lachen verrät dich, deine Augen, und dieser seichte, enorm traurige Unterton. Die weite Welt, sie packt dich, und du lässt dich mit schleifen, an deinen Ohren hinterher.

Zu allem was neu wird, geht etwas, das da war. Vielleicht kommt es wieder, aber du weißt, sagst du dann, das ist nur selten so. Oft ist das auch gut, denn es würde gar nicht mehr passen, aber manchmal, so ganz manchmal, ist es richtig schade.
Bis dich dann wieder die Lust packt. Später. Denn dieses verharren in dem lang ersehnten dann doch irgendwie Zwischenraum, ist immer wieder schön, wenn auch fernab von greifbar. Denn du hast gelernt, Dinge passieren zu lassen. Ohne zu greifen, begreifen, sie versuchen daran zu hindern oder sonst etwas. Sie geschehen. Und irgendwie, sagst du dann, irgendwie macht genau das alles aus. Selbst wenn es jetzt gerade so tief, hier, so traurig ist. Obwohl, so ganz traurig ist es eben dann auch nicht.

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