Alles zu viel, too much, die widerliche Quantität drückt deine Augen aus den Kopf, hämmert gegen deine Schädeldecke, engt deine Gedanken ein, will an die Oberfläche, auf der nichts mehr auf dich wartet, als erwartungsvoll aufgerissene Glubscher, die wollen, dass man sie füttert, auf Teufel komm raus entertained.

Pfropfen setzten sich auf deine Ohren, drücken dein Trommelfell zu, unsichtbare Watte immer wieder und wieder nachgeschoben. Seitenstechen wie tausend kleine Messer zwischen deinen Rippen und ein Husten der dir genau sagt, wie groß und in welcher Lage deine Lunge ist, beide Flügel, links und recht, bei jedem bellenden Husten, gewölbt bis zum zerbersten.

Deine Augen bleiben offen, sonst kommen geheuchelte Fragen danach, was sei. Funktioniere. Sei da. Sei offen. Nimm alles, alles, alle mit was geht, Hände hoch, sei dabei wenn das Licht explodiert, die Gerüche ihre Funken versprühen aber keine Hoffnung, Lacher nicht geben sondern nur wollen, und Einhalt nur dann geboten wird, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt.
Egal was, mehr davon. Immer hereinspaziert liebe Reize. Nicht gefüttert, nicht gefüllt, ausschließlich verheißungsvoll, wie bunte kleine Seifenblasen. Nicht fassen, nicht greifen und ehe man sich versieht ist alles vorbei. Alles vorüber. Verpackte Träume die schon mal geträumt wurden.

Alles prasselt ein, weiter und weiter, bunt, neblig, schön und abstoßend hässlich, ekelhaft lauwarm mit stechendem Geruch nach künstlich, so tun als ob, Fratzen, Dämonen und böse Hexen, verbrannte Schafsköpfe, und toxische Flüsse als einzige Wasserquelle.

Nimmerland geht allmählich, aber sehr sicher, in seiner eigenen Kloake, in dem Schlamm unter und gaukelt sich mit Chemie-neon-Farben so prächtig wie es nur möglich ist vor, alles sei gut.
Atme ein, ja, atme ein du kleiner Geysir aus Fröhlichkeit, atme all die falsche Luft ein, vielleicht ist sogar ein Sauerstoffpartikel dabei, und jongliere mit all deinen lustigen Träumen. Und viel Glück. Wirklich. Ganz viel Glück.

 

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