Künstlicher Samt als Vorhang für einen Tisch. Gehalten in einer der traurigsten grüntöne, die man sich vorstellen kann. Ein kleines, schales, verlassenes Grün. Ein Grün, dass niemals seine Zeit hatte, mitsamt einer Beschaffenheit der Gleiches galt. Wenn die Unterlage, der Tisch, den Platz wechseln wird, oder zu viele Menschen an dem Kunstsamt vorbeigeschrammt sein werden, wird es, ohne weitere Aufmerksamkeit oder auch nur einen Gedanken zu viel, entsorgt werden. Das wird dann sein Auftritt gewesen sein.

Die gesamte Szenerie ist so kalt und verlassen wie eine Eierschale auf blankem Asphalt. Der triste Grünton ist nur ein passendes Teil in all dem. Zwei kalte Gesichter, denen jeglicher Sinn und Spaß genommen wurden, residieren hinter diesem Tisch mit Kunstsamt behangen. Sie gucken, lächeln nicht, und wenn dann so schnell, dass es nur aus Angewohnheit, nicht aber aus dem Innern kommt.
Die zwei Menschen hinter ihren Gesichtern haben mit Sicherheit die ein oder andere Geschichte. Perfekt verschleiert durch den Vorhang ihres Gesichts.

Wo sind wir nur gelandet? Eingangshallen mit bemerkenswert schmucken Säulen davor, wahre Kolosse, Schlösser beinahe, nur um dahinter viel blankes Nichts zu offenbaren. Verpackt in viel. Dahinter nichts als pure Ernüchterung. Ein wenig Schimmel an den Wänden. Bröckelnde Farbe. Und ein Funken von es war schon mal besser. Nur wann ist die Frage.

Eine Tristesse des Seltsamen Daseins scheint wie ein Schleier alles zu durchziehen. Der Tisch am Eingang ist nur eine Verheißung, wie wenig einen dahinter erwarten wird und wie viel Nimmerland jeder einzelne in sich tragen muss, damit einem all das Nichts nicht auffrisst.

GottfriedHelnwein

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